Winterschlaf

19. Februar 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Seite befindet sich zurzeit in einem, äh, etwas längerem Winterschlaf – aus Gründen!

Aktuelle Projekte und mich finden Sie hier:

eBookCamp Hamburg // Mit-Initiator und -Organisator des alljährlich im November im betahaus stattfindenden Camps zu eBooks, ePublishing, Apps & Co.

eBookClub Hamburg // Mit-Initiator und -Organisator einer Themenreihe – Wie wir in Zukunft schreiben, publizieren und lesen.

rennradschlag.de // Co-Autor auf dem Ausdauersportportal mit dem persönlichen Touch rund um das Thema Laufen und Trailrunning.

Was geht?!

20. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Mit Schrecken habe ich festgestellt, wie lange mein letzter Blogpost schon zurückliegt!?! Okay, ich war einfach drei Monate im Ausland, im Urlaub, im Keller, nein? Nein. Es gab eine Menge Arbeit!

Bald im vierten Monat bin ich nun für Kobo in Deutschland tätig. Ich nahm meinen Einstieg dort von Anfang an sehr ernst und konzentrierte mich ganz und gar auf die Arbeit und das Thema eBook. Kobo macht sehr, sehr viel Spaß, der Job nimmt allerdings auch etwas Zeit in Anspruch. Books & Brains machte dadurch sozusagen unfreiwillig Sommerpause, ganz ohne Ankündigung. Jetzt läuft der Kobo-Motor rund(er). Daher wird es auch wieder Energie für B&B-Projekte geben.

Auf jeden Fall wird es weiterhin über und rund um die große weite Welt der (digitalen) Bücher und das Social Web gehen. Bspw. werde ich von den nächsten eBook-Treffen in Hamburg berichten, die ich zusammen mit Ute Nöth von books+ organisiere und natürlich vom Virenschleuder-Preis. Hier gehe ich zusammen mit Leander Wattig in die zweite Runde. Auf der Frankfurter Buchmesse wird der Kick-off zum VSP 2012 stattfinden. Aktuell laufen die Planungen. Und alles wird natürlich wieder: ganz GROSS.

Im November dreht sich dann alles ums elektronische Lesen. Es wird eine Veranstaltung in Hamburg geben. Sozusagen eine „inoffizielle Fortsetzung“ von Books Brains Hamburg im letzten Jahr. Natürlich gilt auch hier: größer, besser, doller. Alle Infos dazu werden voraussichtlich kommende Woche offiziell bekannt gegeben. Am 18. November bin ich dann mit Kobo auf der Tagung Homer 3.0 im Rahmen der E:PUBLISH 2011, Kongresses für neues Publizieren, in Berlin. Dort werde ich in einer Table-Session Reading Life von Kobo näher vorstellen und mit den Teilnehmern allgmein über Potenziale und die Zukunft von Social Reading diskutieren.

Mal sehen, ob neben all diesen Vorhaben noch Zeit bleibt für Themen wie das stARTcamp in Köln oder die stART11. Leider findet die diesjährige Konferenz über Social Media im Kunst- und Kulturbereich in Duisburg zur selben Zeit statt wie die E:PUBLISH in Berlin. So oder so, es wird auf jeden Fall spannend in den nächsten Wochen!

P.S. In Frankfurt feiere ich dieses Jahr übrigens ein kleines Jubiläum, meine 15. Buchmesse, juhee!

Mineralwasser von den Fidschi-Inseln

18. Juni 2011 § 5 Kommentare

In der aktuellen Ausgabe der ZEIT gibt es ein, wie ich finde, sehr schönes Interview mit einem der erfolgreichsten Musikproduzenten unserer Zeit, Brian Eno. Folgende Frage und Antwort fand ich interessant – dabei geht es um „knappe Güter“:

Die ZEIT: Ein überraschender Erfolg in Zeiten schwindender CD-Umsätze sind limitierte und teure Sammler-Editionen. Von Ihrem letzten Album ‚Small Craft on a Milk Sea‘ gab es eine Version, die 300 Euro kostete und schnell vergriffen war. Worin besteht der Reiz?

Brian Eno: Ja, das ist faszinierend, vor allem, weil die Musik das Wertloseste in so einer Edition ist, da sie im Netz jederzeit umsonst runtergeladen werden kann. Musik ist in unserem Teil der Welt wie Wasser, immer und überall zu haben. Trotzdem kenne ich Menschen, die ein Vermögen für Mineralwasser von den Fidschi-Inseln zahlen. Ihre Vorstellungskraft suggeriert ihnen, dass das besser sei. Ähnlich ist es mit limitierten Tonträgern. Die Menschen kaufen nicht die Musik sondern die kostspielige Verpackung. Sie investieren im optimalen Fall in ein Kunstwerk mit Musik. (DIE ZEIT, No. 25 vom 16. Juni 2011)

Was kann man daraus für die Buchbranche ableiten? Bitte um Meinungen!

Der mairisch Verlag

14. April 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Im Status-Update vom 11. April habe ich angedeutet, demnächst unabhängige Hamburger Verlage zu featuren. Heute gehts bereits los, mit dem mairisch Verlag, ein Indie-Verlag mit rundum schönem Programm: junge Literatur, freie Hörspielszene und neuerdings Musik! mairisch wurde 1999 gegründet und sitzt in Hamburg und Berlin. Es werden dort u.a. Finn-Ole Heinrich, Hannes Köhler, Donata Rigg und Spaceman Spiff verlegt.

Wir veröffentlichen nur, was uns am Herzen liegt – und legen dabei Wert auf hochwertige Gestaltung, gründliches Lektorat und eine langfristige, freundschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Autoren und Musikern.

Books & Brains sprach mit Daniel Beskos (Programm und Kommunikation) über heute und morgen.

Die Ergebnisse der Umfrage: Wo kauft ihr eure Bücher?

22. Februar 2011 § 9 Kommentare

Vor einer Woche habe ich per Twtpoll die Umfrage
‚Wo kauft ihr eure Bücher?‘ erstellt. Es standen folgende Antwortmöglichkeiten zur Auswahl:

  • ausschließlich im Internet
  • (Spontankäufe) beim örtlichen Buchhändler, spezielles online
  • ausschließlich beim örtlichen Buchhändler
  • andere (mit Nennung)

Innerhalb einer Woche gaben 200 Personen ihre Stimmen ab, was mich sehr gefreut hat. Hier die Ergebnisse:Die Mehrheit, also 112 Personen (56%) kauft wohl situationsabhängig oder je nach Art der benötigten Literatur ihre Bücher sowohl online als auch im stationären Handel. Dies hätte ich auch nicht anders erwartet. Anders bei den „reinen“ Online- oder Offline-Käufern: Demnach kaufen 42 Personen (21%) ihre Bücher ausschließlich im Internet! Dagegen beziehen „nur“ 29 Buchkäufer (15%) ausschließlich ihren Lesestoff beim örtlichen Buchhändler. Der Onliner-Anteil überrascht mich nicht, jedoch hätte ich persönlich mit einem höheren Anteil an treuen Buchhändler-um-die-Ecke-Kunden gerechnet. Die „anderen“ 9% (17 Personen) sind teils auch Online-/Offline-Käufer oder beziehen Bücher über weitere Wege wie Verlag oder Antiquariat. Hier geht es zu den einzelnen Nennungen.

Wie aussagekräftig sind die Anworten bei solch einer einfachen Umfrage, da keinerlei Querverweise, differenzierte Gegenfragen, demografische Angaben etc. zur Verfügung standen? Interessant wird es, denke ich, wenn ich die Befragung künftig alle halbe Jahre nochmals durchführen werde – wenn man also eine erste Entwicklung feststellen kann. Die weitere Interpretation überlasse ich gerne euch in den Kommentaren. Was meint ihr zu den Zahlen? Worin liegen die Gründe für das Ergebnis? Sagen die Zahlen doch einiges über den Kampf Internet-Buchhandel gegen stationäre/unabhängige Buchhandlungen aus?

Die Verlagslabore Viktor & Pettl und generatedpaper.com

17. Februar 2011 § Ein Kommentar

Am vergangenen Montag traf ich Jakob Fricke, Mitbegründer des Hamburger Yanus Verlages und Inhaber von Vitkor & Pettl, ein Laborverlag, wie ihn Jakob Fricke selbst bezeichnet. Vitkor & Pettl will Bücher publizieren, die zwar von Anfang an digital gedacht und umgesetzt werden, aber auch parallel als gedrucktes (Teil-)Werk erscheinen sollen. Es geht dabei nicht um die digitale Substitution eines bereits bestehenden Printproduktes. Beides, das gedruckte Buch und die spielerisch interaktive iPad-Version, bspw. des aktuellen Titels „Was ich alles kann …“, eine Lernhilfe für Leseanfänger, funktionieren eigenständig und ergänzen sich gegenseitig. Die elektronische Fassung gibt es kostenfrei für iPad und Webbrowser. Das Buch ist als Broschur, gedruckt im PoD-Verfahren, erhältlich.

Jakob Fricke bricht das klassische Verlagsmodell auf, dessen Strukturen, Herstellungsprozesse wie auch dessen Kultur, das Denken und die Ökonomie. Wer im digitalen Geschäft erfolgreich sein möchte, so Fricke, der müsse auch digital denken können. Leider fehle oft im Management von Verlagshäusern dieses Denken und das entsprechende Know-how. Warum kann ein Verlag heute nicht ähnlich agieren wie Unternehmen aus der IT-Branche, in denen Produkte iterativ, in Versionen statt in (Nach-)Auflagen, in ganz anderen Zyklen entwickelt werden und leben? In denen die Nachfrage, Kunden und Bedürfnisse erheblichen Einfluss auf die Angebote und deren Produktion haben? Das hat viel mit der Entwicklungsgeschichte des Verlags- und Buchwesens sowie den beteiligten Unternehmen zu tun.

In meinem Artikel zu Verlage 3.0 wurden die Fragen nach mehr Experimentierfreudigkeit, Veränderungswillen und einem neuen Selbstverständnis bei den Verlagen gestellt. Jakob Fricke zeigt mit Viktor & Pettl, dass dies erfolgreich geht, auch mit wenig Budget, wenn man eben selbst Hand anlegt. Mehr über Jakob Fricke und sein „Labor“ kann man auf der ‚Ich mach was mit Büchern‘-Website wie auch auf Facebook und Twitter erfahren.

Ich möchte an dieser Stelle auf ein weiteres, sehr schönes und nützliches Angebot von Jakob Fricke hinweisen: generatedpaper.com, Druckvorlagen für den Alltagsgebrauch zum einfachen und kostenlosen Herunterladen. Karo- oder Linienpapier, Schreibhilfen für Schulanfänger, Notenpapier, Kalendervorlagen uvm., übersichtlich, sschnörkellos auf einer funktional gestalteten Website. Einfach gut! Warum macht er das? Wer nicht selbst macht und sich auch mal mit der Technik auseinander setzt, der wird „digital“ immer auch nur theoretisch verstehen. Dazu gehört Fehler zu machen, hinzufallen und wieder aufzustehen.

Danke anbei an den Laborleiter Jakob Fricke.

Eins, zwei, drei, Verlag 3.0, wer ist dabei?

8. Februar 2011 § 25 Kommentare

Mich beschäftigt derzeit eine spannende Frage: Werden und müssen Buchverlage sich künftig über die Branchengrenze hinaus neu positionieren – müssen sie neben ihrem eigentlichen „Verlagsgeschäft“ neue Angebote schaffen und sich neue Kompetenzen aneignen, um den Veränderungen am Markt trotzen zu können? Dazu möchte ich auf einen interessanten Blogpost hinweisen. Darin heißt es:

Das technische Verbreitungsmedium Internet war das Aus für viele Verwertungsmodelle der Kreativwirtschaft. Es wird auch das Aus für die Branchengrenzen innerhalb der Kreativwirtschaft sein. Deshalb stellt sich für Unternehmen bei der Auseinandersetzung mit neuen Geschäftsmodellen zuerst die Frage, in welcher Branche sie sich morgen bewegen werden.

Das schreibt Hergen Wöbken, Geschäftsführer des Instituts für Strategieentwicklung (IFSE) in Berlin in dem Blogartikel Wer nicht experimentiert, verliert – über das Ende der Branchengrenzen in der Kreativwirtschaft. Bedeutet das für (Buch-)Verlage künftig, dass diese sich neben der Erstellung von Printprodukten sowie neuen elektronischen Formen, wie Apps und E-Books, auch als Produzenten in den Bereichen Kunst, Kultur, Musik, Film und Internet beweisen müssen, um sich von großen monopolartigen, eierlegenden Wollmilchsäuen nicht abhängen zu lassen?!

Weiter – wenn auch aus etwas anderer Perspektive –  geht in der Fragestellung Ehrhardt Heinold von der Heinold, Spiller & Partner Unternehmensberatung GmbH. Er beschäftigt sich neben neuen Geschäftsmodellen mit der strategischen (Neu-)Ausrichtung von Verlagen und „fordert“ den neuen Typus Verlag 3.0:

Der Verlag 3.0 bietet nicht nur Medien in allen Formen und Formaten, sondern vernetzt sich zudem intensiv mit seinen Kunden. Kernkompetenz des Verlages ist die Erfüllung von Kundenwünschen, erstrangig in den Bereichen Information und Unterhaltung, zunehmend aber auch in Servicebereichen.

Das Erstellen von Content und die mehr-mediale Aufbereitung dieser Inhalte werde zukünftig nicht mehr ausreichen. Die Verlage müssten mehr auf innovative und flexible Services, Kundenkommunikation und -vernetzung sowie neue Produktlösungen setzen.

Ich bin der Meinung, im Mittelpunkt muss der Kunde mit seinen individuellen, persönlichen Bedürfnissen und Wünschen stehen. Und die Kunden dürfen nicht als dasselbe anonyme Einheitswesen betrachtet und nach dem Motto ‚one-size-fits-all‘ bedient werden. Es geht um eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden, klassischen Print-Produkte durch maßgeschneiderte und kundenorientierte Zusatzprodukte. Auf der einen Seite: Informationen, Specials und exklusive Angebote zum Buch, zum Thema drum herum, über den Autor; darüber hinaus Foto-, Audio- und Filmmaterial, interaktive Inhalte, Anwendungen und Spiele, verknüpft mit speziellen (realen) Events und Aktionen, wie z.B. Alternate Reality Games und local-based Services, bis hin zum live-moderierten Austausch innerhalb einer eigenen Web-Community. Andererseits sind Tutorials, web-based Trainings, Webinare, Networkingveranstaltungen, Workshops, Camps, Messen für spezielle Kundengruppen und vieles mehr denkbar.

Ich gehe noch einen Schritt weiter: Was funktioniert, was bei den Menschen ankommt, kann mittlerweile sehr gut in Social Media beobachten werden. Dort geht es in erster Linie um Menschen, deren Emotionen wie auch Begeisterung für Geschichten und Gespräche. Menschen erfahren, erleben und erzählen sich gerne Geschichten, sie wollen teilhaben an interessanten und spannenden Gesprächen. Sie sind bereit, wenn sie „mitten ins Herz getroffen“ wurden, diese Erlebnisse weiter zu tragen und zu empfehlen. In die Leser, in deren Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse müssen sich Verlage hineinversetzen, also mittels Social Media, wo es möglich ist, mit der Zielgruppe auf Augenhöhe und einem hohen Maß an Interaktion, Dialog und Service zu kommunizieren. Produkte und Zusatzangebote müssen künftig noch mehr erlebbar sowie spürbar werden und mit dem Leser noch enger zusammenrücken. Nur so kann eine intensivere und nachhaltigere Integration und Vernetzung von und mit bestehenden wie auch potenziellen Kunden stattfinden.

Welche Verlage stellen sich ernsthaft dieser Aufgabe und der damit verbundenen Herausforderungen an Management und Marketing-Know-how sowie technischer, finanzieller und personaler Ressourcen und machen mit beim Experiment Verlag 3.0?

Wo bin ich?

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