Winterschlaf

19. Februar 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Seite befindet sich zurzeit in einem, äh, etwas längerem Winterschlaf – aus Gründen!

Aktuelle Projekte und mich finden Sie hier:

eBookCamp Hamburg // Mit-Initiator und -Organisator des alljährlich im November im betahaus stattfindenden Camps zu eBooks, ePublishing, Apps & Co.

eBookClub Hamburg // Mit-Initiator und -Organisator einer Themenreihe – Wie wir in Zukunft schreiben, publizieren und lesen.

rennradschlag.de // Co-Autor auf dem Ausdauersportportal mit dem persönlichen Touch rund um das Thema Laufen und Trailrunning.

Status-Update

11. April 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Viel los gerade, deshalb erst jetzt mal wieder ein Blogpost. Und darin gehts um aktuelle Projekte und Termine.

Da wären Social Media und Marketing Management für ein erfolgreiches Buch: „Rosalie und Trüffel“, die beiden im Liebesglück taumelnden Schweine, die mit drei Geschenkbuch-Bänden aus dem Hause SANSSOUCI, einigen anderen Printprodukten und Merchandising zwischen 2004 und heute nun auch die digitale Welt erobern. Ich helfe den beiden Rüsselküssern auf Facebook, Twitter, Blog und endlich auch im Film Fuß, äh, Hufe zu fassen. (Vielen Dank an dieser Stelle an TRIKK17, die den kleinen Stop-Motion-Piloten hervorragend produziert haben!) Vor allem ist schön zu sehen, wie sich so ein klassisches Geschenk-/Bilderbuch in die digitale Welt hineinbewegt und verändert. Das bringt Spaß und es wird in den nächsten Monaten noch einiges passieren!

In Planung befindet sich ein Projekt, das sich mit dem lokalen Buchhandel beschäftigt. Unter lokal verstehe ich hier den unabhängigen Hamburger Buchhandel, wie er (recht erfolgreich) versucht sich abseits vom Mainstream und durch spezielle Angebote gegenüber den „großen“ zu behaupten. Parallel dazu werde ich in einer kleinen Reihe auch Hamburger Verlage featuren und zeigen, was die Waterkant so drauf hat! … Ebenfalls in Hamburg organisiere ich zusammen mit Ute Nöth von books+ eine (Art) ERFA-Gruppe zu einem Thema, das wohl die ganze Buchbranche derzeit beschäftigt: E-Books. Wir werden bald ausführlicher davon berichten.

Den Vierenschleuder-Preis haben die meisten hoffentlich schon wahrgenommen. Das sehr interessante Projekt, das ich zusammen mit Leander Wattig nun seit wenigen Wochen betreibe, findet recht guten Anklang. Susanne Martin von der Schiller Buchhandlung bspw. zeigt schon sehr eindrucksvoll, was eine Stadtteil-Buchhandlung im Social Web leisten kann. Wir sind selbst sehr zufrieden mit der Beteiligung beim Preis, freuen uns jedoch sehr über weitere Bewerbungen in der Kategorie Buchhandel, aber natürlich auch bei den Verlagen und anderen Buchakteuren.

Liebe Buchhändler, traut euch, macht mit, bestimmt habt ihr etwas von eueren Facebook und Twitter- oder anderen Social Web-Aktivitäten zu berichten. Sie müssen nicht perfekt sein. Es geht nicht darum, dass man hinterher mit dem Finger drauf zeigt! Seht es als weitere Chance, um Aufmerksamkeit zu generieren und Buchinteressierte zu erreichen. Je mehr mitmachen, desto mehr haben auch alle davon. Man kann also nur gewinnen!

Um Trends und Entwicklungen im Internet, wie auch Social Web, gehts ab dem kommenden Mittwoch drei Tage lang auf der diesjährigen re:publica. Ich werde das erste Mal dabei sein. (Am Freitag bin ich dann auf der Sub-Konferenz co:funding zu finden.) Es ist gar nicht so einfach, sich seinen persönlichen Sessionplan zusammenzustellen bei so vielen spannenden Sessions. Ich besuche bspw. „Podcasts und Radio als Werkzeuge der Öffentlichkeitsarbeit“ von geek Tim Pritlove oder Blogger im Gespräch u.a. mit Richard Gutjahr. Und natürlich freue ich mich auf intensives Netzwerken mit zahlreichen Web-Profis. Es wird ein Klassentreffen werden.

Uns sonst so? Brötchen und ne Milch verdienen und vielleicht mal für`n Buch oder so. Und, dass da noch einige Ideen in der Schublade lauern, können sich die, die mich ein bisschen besser kennen, denken.

Zu guter Letzt

21. Dezember 2010 § 8 Kommentare

Das vergangene Jahr war für mich ein ereignisreiches:
2010 ist am Ende. Ich bin erst am Anfang. Das erste Jahr in der Selbständigkeit. Projekte. Aufgaben. Kontakte. Netzwerke. Events. Alles neu. Alles anders. Books Brains Hamburg 2010. Blogstart. Kooperationsbeginn bei Heinold, Spiller & Partner. Buchcamp. Buchtage. Buchmesse. Facebook verkehrt. Twitter aufwärts. Virtuell. Real. Sozial. Intensiv. Spaß, viel Spaß. Auch mal Frust. Niederlagen. Siege. Tiefen. Höhen.

2011 wartet. Wie geht es weiter? Sehr gut. Es steht da ‚wie‘ und nicht ‚ob‘. Noch höher, schneller, weiter? Nein, besser. Sicher kommt mehr. Neue Aufgaben. Neue Ideen. Neue Beratungsaufträge. Online- und Social Media Marketing. Seminare. Studien. Fachartikel. Teilnahme und Präsenz auf Veranstaltungen. Books und Brains entwickeln sich definitiv weiter, gefüttert wird zukünftig zusätzlich mit Bild-, Audio- und Videomaterial. Daneben ist die Fortsetzung der Veranstaltung geplant, ein wenig größer, offizieller, mit echtem Programm.

Meine persönlichen Schwerpunkte werden die intensivere Vernetzung und Förderung von zukunftsfähigen Projekten aus dem Buch-, Kunst- und Kulturbereich sein. Die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammenbringen. Es wird spannend. Garantiert. Ich hoffe, möglichst viele meiner Blogleser werden auch wieder in 2011 dabei sein. Ich freue mich wie ein Schneekönig!

Books und Brains halten nun kurz Winterschlaf, über die Feiertage, zwischen den Jahren. Schöne Weihnachten und alles Gute!

Ich kaufe ein …

9. Dezember 2010 § 3 Kommentare

Für diejenigen, die schon alles über das Buchcamp 2011 wissen: hier ist der nächste Buchstabe!

Für alle anderen: Nächstes Jahr findet das 2. Buchcamp auf dem Frankfurter Mediacampus statt. Am 7./8. Mai werden sich hoffentlich bestimmt wieder zahlreich und mit Sicherheit deutlich mehr Onliner, Verlagsleute und Buchhändler als in diesem Jahr einfinden, um gemeinsam mit dem Forum Zukunft über Innovationen, Veränderungen und Visionen in der Buchwelt zu diskutieren. Informationen und Berichte über das Buchcamp 2010 findet man auf dieser Mixxt-Seite.

Und bei der Twittkalender-Aktion gibt es ja sogar zwei Übernachtungen zu gewinnen! Das unterstütze ich doch gerne, schließlich habe ich dieses Jahr selbst eine Fahrkarte zum Buchcamp 2010 gewonnen ;-) … Anbei die Frage ans Forum Zukunft: Wie sieht es denn mit der (regulären) Anmeldung für 2011 aus?

Ach ja, was ich noch sagen wollte: Geht da bloß alle hin! Und wenn ihr alle brav seid, dann gibts auch eine Session von mir!

Buchstabe e

Können Schulbücher durch Apps ersetzt werden?

20. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Mit dieser und anderen Fragen beschäftigen sich am kommenden Sonntag, 24. Oktober 2010, die Organisatoren, Jakob Fricke und Basti Hirsch, sowie die Teilnehmer des Buch- und Bildungsbrunch im Betahaus Hamburg.

Werden sich weiterentwickelnde Technologien wie das Internet in Zukunft nicht nur unsere Kommunikation, das Freizeit- und Berufsleben weiter verändern, sondern maßgeblich auch die Bildung sowie die Art und Weise unseres Lernens?

Auf der Veranstaltungsseite wird folgende Frage formuliert: „Mit dem iPhone in den Wald statt Schulbuch und Kreidetafel im Klassenraum?“ Welche neuen Möglichkeiten könnten bspw. Apps für den Unterricht bedeuten? Können solche neuartigen Lernmittel eine sinnvolle Ergänzung darstellen, Bücher in gewisser Weise ersetzen oder völlig neue Lehransätze und -methoden bieten?

Bildungs-, Buch- und Internetbegeisterte wollen in Projektgruppen die mögliche Umsetzung digitaler Lernmittel diskutieren, Ideen sammeln und Lösungsansätze erarbeiten.

Mit dabei sind u.a. der yanusverlag (Hamburg), textunes (Berlin) und PAUX (Berlin). Alle Informationen und Anmeldung unter www.bildungsbrunch.de

Man darf auf die Ergebnisse und den weiteren Fortgang gespannt sein!

Guten App-etit!

Große Chancen für Austausch, Dialog und Vernetzung

3. Oktober 2010 § 2 Kommentare

Anlässlich der ab der Buchmesse offiziell startenden Kooperation zwischen der Heinold, Spiller & Partner Unternehmensberatung GmbH und mir interviewte mich Ehrhardt Heinold zum Thema Online Marketing und Social Media in Verlagen. Dieses Interview ist ebenso im Oktober-Newsletter der Hamburger Unternehmensberatung für Verlage erschienen.

Online-Marketing im Verlag: „Große Chancen für Austausch, Dialog und Vernetzung“

Online-Marketing hat eine wachsende Bedeutung für Verlage: Immer mehr Leser nutzen das Internet – zur Information, zum Austausch, und auch zum Kauf. Wie können Verlage diese wachsende Bedeutung in ihrer Marketingstrategie umsetzen? Welche Chancen sollten sie nutzen, welche Wege gehen? Im folgenden Interview spricht Carsten Raimann über Herausforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten.

Welche Chancen bietet Online-Marketing Verlagen?
Carsten Raimann: Die größte Chance im Online-Marketing (OM) besteht heute im Austausch, im Dialog und in der Vernetzung zwischen einem Verlag und seinen Stakeholdern. Es geht dabei um ein „Miteinander“: miteinander sprechen und tun, einander zuhören und verstehen. Durch dieses Miteinander- und Zusammen-Wirken wird künftig eine deutlich höhere Sichtbarkeit, Wahrnehmung und Auffindbarkeit erzeugt werden. Durch das Einbinden von Interessenten, Lesern, Kunden wie auch Multiplikatoren in Unternehmens-Prozesse wie das Marketing, die externe Unternehmenskommunikation und auch in die Produktentwicklung – das kann ich mir besonders gut bei Fachverlagen vorstellen – sowie der glaubwürdige Transport von Qualität und einem klaren Profil nach außen werden sich auf eine positive Wahrnehmung und Stärkung des Images auswirken. Die Öffentlichkeit wie auch Stakeholder werden bereit sein, Produkte und den Verlag weiterzuempfehlen. Die Kanäle und Wege dafür stellen das Internet bzw. das Web2.0 schon längst bereit.

OM geht immer mehr weg vom Push-Marketing, also von dem was klassische Werbeformen bewirkten oder eben nicht bewirkten. Welche Reaktionen Plakatwerbung oder auch Printanzeigen auslösten, war ja nie richtig messbar. Abgesehen davon, sind diese Werbeformen teuer und mit hohen Streuverlusten verbunden. Im Internet kann man die Reaktionen nicht nur quantitativ messen, sondern man kann sie lesen, richtig interpretieren und qualitativ bewerten. Durch Dialoge mit potenziellen Käufern und Kunden entsteht ein Marketingprozess, in den diese sich einbringen und in dem sie sich engagieren können und werden.

Und wir finden heute bereits eine Vielzahl an niederschwelligen Angeboten  – im Social Media Bereich – vor, um mit der/den Zielgruppe(n) mit relativ geringem Aufwand in Kontakt zu kommen, sich fast schon persönlich zu treffen und sie vor allem kennenzulernen: Sei es der Verlag seine Leser bzw. umgekehrt wie auch Leser die Autoren. Marktforschung ganz nah an der Zielgruppe ist möglich und das auch noch kostengünstig. Man kann sie direkt nach Wünschen, Bedürfnissen und Ideen befragen. Oft muss man gar nicht mehr fragen, denn die Menschen im Web wollen ihre Meinung einfach loswerden und schreiben unzählige Berichte und Produktbewertungen in Blogs, Communities, auf Verkaufsplattformen oder eben in Social Media Netzwerken. Dies zeigt, ob ein Verlag das will oder nicht, es wird schon längst über ihn gesprochen. Wenn der Verlag diese Gespräche nicht teilnahmslos verfolgen will, sondern auch die Kontrolle darüber behalten will, dann sollten er sich einmischen und wie eingangs erwähnt einen Prozess des Miteinander in Gang setzen. Es wird heute schon oft von der These „Märkte sind Gespräche“ geredet – naja, ob sich natürlich mit Dialog allein Geld verdienen lässt?

Trotz alledem: Diese Möglichkeiten bieten vor allem das Web2.0 und Social Media, deshalb sprechen wir ja oft schon nur mehr vom Social Media Marketing und lassen leider nur zu gerne klassische Formen des OM (Website, Newsletter, Affiliate, Bannerwerbung) oder wichtige Bausteine wie SEO (Suchmaschinenoptimierung) oder SEM (Suchmaschinenmarketing) außer Acht! Wer diese grundlegende OM-Klaviatur nicht beherrscht, der braucht sich nicht zu wundern, wenn es mit Social Media nicht richtig läuft.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass OM vor allem all denjenigen Verlagen Chancen bieten wird, die mit einem gesunden Mix aus OM-Bausteinen sowie mit klar definierten Zielen und einer echten Strategie dahinter ans Werk gehen, sich kontinuierlich engagieren, transparent ihr Profil zeigen, glaubwürdig bleiben und gute inhaltliche Qualität abliefern.

Welchen Stellenwert im Rahmen des Marketing sollte Online-Marketing haben?
Carsten Raimann: Einen auf jeden Fall steigenden Stellenwert. Immer mehr Menschen beschäftigen sich im Internet mit Büchern und Literatur. Es wird informiert, recherchiert, gekauft, ja auch im Internet bzw. per  PC, mobilen, elektronischem Lesegerät selbst konsumiert und produziert, daneben rezensiert und  weiterempfohlen. Bücher, vielmehr Lesestoff, Inhalte und Informationen sind schon längst im Internet, sprich in Blogs, Foren, Bewertungsportalen und auf großen Handelsplattformen angekommen. Bücher zählen zu den meist gekauften Artikeln im Netz. Für das Buch im Internet zu werben müsste also Standard sein. Das ist oder sollte den meisten Verlagen klar sein. Die Frage ist ja auch nicht mehr „ob“ sondern „wie“.

Ich würde heute noch nicht die komplette Ablösung klassischen Marketings durch OM sehen. Viele Maßnahmen sind auch nicht durch OM zu ersetzen, bspw. eine Autorenlesung, der Messeauftritt oder die Teilnahme und Präsenz auf Veranstaltungen, also wo echter persönlicher Kontakt statt findet. Mit Hilfe von Web2.0 und Social Media kommt man dem persönlichen Live-Erlebnis vor Ort natürlich schon nahe. Der Livestream einer Lesung ist eine super Ergänzung. Sie ist damit (theoretisch) für eine endlose Zahl von Zuhörern möglich. Und es gibt Beispiele, wo das Publikum an den Bildschirmen zuhause per Twitter Fragen an den Autor richten darf.

Also, ein guter Strategie-Mix aus klassischen und modernen, elektronischen Marketing-Maßnahmen ist zu empfehlen. Und auch innerhalb des OM empfiehlt sich ein guter Mix aus vielerlei Maßnahmen, den es natürlich zu managen gilt, mit einem gewissen dafür notwendigen Budget, personellen Ressourcen und Kompetenzen und klar abgesteckter Strategie bzw. Zielen. Da dies in Verlagen oft nicht der Fall ist, kann man sehen, dass dort die Wichtigkeit oder der hohe Stellenwert noch nicht erkannt wurde. Dies wird sich ändern (müssen). Da die Interessenten und Käufer mehr und mehr ins Netz und die elektronische Welt abwandern muss ich doch als Verlag hinterher sein!

Für welche Marketingziele eignen sich die Social Media-Kanäle?
Carsten Raimann: Dass nicht alle Kanäle für alle Ziele gleichermaßen sinnvoll erscheinen können, zeigt uns schon die übermächtige Zahl verschiedener Social Media-Anwendungen. An dieser Stelle möchte ich das Social Media Prisma von ethority nennen (http://www.ethority.de/weblog/social-media-prisma/), wo die größten und wichtigsten Plattformen und Kanäle nach Themengebieten aufgezeigt werden. Es werden über 200 Plattformen wie auch Anwendungen in 25 Themenfeldern wie z.B. Social Networks, Blog/Communities, Foto, Video, Gaming, Location, …) genannt. Neben Facebook bei den Social Networks gehören auch bspw. myspace, kwick, die VZ-Netzwerke und viele andere dazu. Und all diese Netzwerke und Portale haben einen riesigen Zuspruch und somit ihre Existenzberechtigung.

Aber welches für welche Ziele? Was könnte ein Marketing-Ziel für einen Verlag sein? Nehmen wir, was heute für einen Verlag enorme Bedeutung hat, das Marken-Image als Beispiel. Wo kann ich, so ich es denn geschafft habe bestimmte Produkte oder den eigenen Verlag als Marke aufgebaut zu haben, mein Image positiv verstärken und festigen? Ein positives Image nach außen transportieren, funktioniert über die Transparenz, Authentizität, Ehrlichkeit und die Glaubwürdigkeit, die ich vermittle. Positive Meldungen, hohe Qualität, gute Leistungen werden gerne weiterempfohlen, von Multiplikatoren wie auch von zufriedenen Kunden. Wo tummeln sich Multiplikatoren, wo Ihre Kunden? Pauschal kann man das nicht sagen, eine Kenntnis der Zielgruppen würde darüber viel Aufschluss geben wie auch das sogenannte Social Media Monitoring. Hier geht es vor allem um das Zuhören und Mitverfolgen, wer sich wo aufhält und wie bewegt, sprich kommuniziert. Konkret am Beispiel eines Fachverlages meine ich, würde sich Twitter eignen um an Fachleute, Presseexperten, sprich Multiplikatoren heranzutreten und diese zu erreichen, aber auch fachspezifische Blogs oder Foren. Lehrer als eine mögliche Zielgruppe kann man sehr gut über das Thema „Wiki“ abholen und Facebook mit seinen „Fan“- bzw. „Unternehmensseiten“ bietet Möglichkeiten, um mit Endkunden in Kontakt und Dialog zu treten. Hier funktionieren größer oder längerfristig angelegte Aktionen auch besser. Über Twitter kann sich etwas schnell verbreiten, es geht hier um aktuelle, relevante, prägnante Info und News. Oder aber man schaut, welche Inhalte und Informationen man zu bieten hat. Wie lässt sich der Content eines Verlages aufbereiten und publizieren. Vielleicht sind hier auch Video-, Foto-, Audio-Plattformen oder Sharingdienste wie YouTube, flickr, myspace, scribd oder Communities sinnvoll. Alle sozialen Plattformen, teils eigenständig oder in Kombination eigenen sich mittlerweile sehr gut zur Markenführung, Image- wie Reputationsstärkung, vielleicht auch Kundenbindung. Die klassischen OM-Maßnahmen wie E-Mail-/Newsletter-Marketing zielen dagegen ganz klar auf Leadgenerierung und Umsatz ab.

Es gilt allgemein: Sind einmal die Ziele abgesteckt, können relativ leicht auch die Kunden und Zielgruppen im Netz entsprechend identifiziert und u.U. individuell und persönlich angesprochen werden.

Marketingbudgets in Verlagen sind begrenzt und werden zumeist durch Vorschauen und Anzeigen aufgebraucht – wie kann da zusätzlich noch ein gutes Online-Marketing umgesetzt werden?
Carsten Raimann: Ziel sollte sein, neben dem Aufbau von Image, Marke oder Reputation, auch echten Umsatz zu generieren. Sonst macht Online-Marketing auch keinen Sinn. Der Vorteil beim OM ist, dass ich sehr gut ROIs berechnen kann, da ja die Mehrzahl der Marketing-Aktionen sauber messbar sind. Wird ein Mehr-Umsatz erzielt, so müsste auch für OM mehr Budget vorhanden sein. Oder eben einen Teil des Budgets umschichten, bspw. teure Printanzeigen ersetzen, die enorme Streuverluste verursachen und was den Response angeht nicht messbar sind. Man könnte also diesen Teil des Budgets umschichten ins OM. Aber vielleicht lassen sich durch das Web2.0 auch an anderer Stelle Kosten sparen, bspw. durch den Einbezug von Kunden in den Produktentwicklungsprozess. Oder der Kundenservice läuft über Social Media-Kanäle. Sehr gut funktioniert das Thema Empfehlung Im Netz, um noch mehr (potenzielle) Kunden zu gewinnen – Kunden empfehlen Produkte weiter. Dafür braucht es oft nicht viel Zeit und Budget, eine einmalige kreative und witzige Idee kann sich „viral“ sehr schnell über das Netz verbreiten, und dies übernehmen Kunden und Anhänger für den Verlag. Wie genau sich letztendlich Social Media bzw. Online Marketing für Verlage rechnet, dazu braucht es noch eine gewisse Zeit um Erfahrungswerte zu sammeln.

Und betrachten wir nochmals den eingangs erwähnten wichtigen Baustein der Suchmaschinenoptimierung. Dies ist gar keine Aufgabe, die allein von der Marketingabteilung erfüllt wird. Im Gegenteil, vielmehr geht es darum, eine ganzheitliche Philosophie und eindeutige Regeln für die Kommunikation eines Unternehmens über sämtliche Online-Kanäle zu entwickeln und zu beachten. Das fängt bei der Technik an, die hinter der Website und dem eigenen Shop steht und reicht über Schlagworte wie „Verlinkung“, „Keywords“, „sauberer Code“ und „relevante Inhalte“ bis hin zu der Vereinbarung, wer was wo und vor allem wie kommuniziert. Wenn diese Anforderungen und Voraussetzungen erkannt wurden, dann muss das entsprechend kalkuliert werden. Dabei geht es um Investitionen für den künftigen Geschäftserfolg und nicht nur um einmaliges Budget für eine Werbeanzeige.

Online-Marketing reicht von Bannern über SEO bis hin zu Social Media – wie kann ein Verlag diese Vielfalt managen?
Carsten Raimann: Ja, das ist ein großes Problem, denn in den Verlagen fehlt es in dieser Hinsicht schlicht weg an Kompetenzen, Ressourcen und Kapazitäten, im Sinne von fachkundigem und geschultem Personal wie auch an Zeit und Geld. Heutzutage Online Marketing oder Social Media nebenbei zu „machen“, das geht vielleicht in kleinen schlanken Unternehmen mit flachen Hierarchien, wo oft eine Person (womöglich der Geschäftsführer) in Personalunion twittert und die Facebook-Fanseite betreut. Doch in großen Verlagshäusern müssen dafür neue Stellen und oftmals neue Strukturen geschaffen werden. Und je größer auch das Engagement bspw. in Social Media ausfallen und Social Media einen hohen Stellenwert im Marketing, in der Kommunikationspolitik oder gar in der Gesamtstrategie des Unternehmens einnehmen soll, desto professioneller muss dies betrieben werden. Die Beratung von außen hilft vielfach, die ersten Schritte zu gehen, grundlegend über Online Marketing aufzuklären, Möglichkeiten und Chancen aufzuzeigen, Ziele zu vereinbaren, eine Strategie zu finden, einen Themen-, Maßnahmen- und Zeitplan zu definieren, Kompetenzen und Ressourcen im Unternehmen aufzubauen und bei der Umsetzung zu begleiten. Nichts desto trotz müssen künftig neue Strukturen oder auch Modelle für Verlage geschaffen werden.

Weitere Informationen zu der geschlossenen Kooperation können in dem Blogartikel von Ehrhardt Heinold nachgelesen werden.

bbh10 – Books Brains Hamburg 2010

29. September 2010 § 5 Kommentare

Am vergangenen Samstag war es nun endlich so weit: Das 1. Hamburger bbh10 fand statt. Ursprünglich hieß es „Quasselcamp“ bzw. war es als „BuchSW-Treffen“ bekannt gemacht worden. Beim Blick auf die Teilnehmerliste und die geballte Wissens- und Geisteskraft der Gäste war dann aber klar, dass das Treffen anders bezeichnet werden müsste.

Einen ausführlichen Bericht über das erste bbh10 zu schreiben, würde kein leichtes Unterfangen werden – das war mir bereits nach nicht einmal einer viertel Stunde Diskussion klar. Und da wir hochkonzentriert, auf sehr hohem Niveau und fast pausenlos an die 7(!) Stunden diskutierten, möchte und kann ich hier nur ein kompaktes Stimmungsbild des überaus spannenden und ergiebigen Abends wiedergeben.

Aus Stuttgart, Frankfurt, Köln und Hamburg waren Onliner und PR-Leute aus Verlagen, eine Downloadportal-Managerin, ein Verbandsreferent, Verlags- und Online-Marketing-Berater sowie eine E-Magazin-Herausgeberin und last but not least ein waschechter Buchhändler in die Hansestadt gekommen. Die über doodle angemeldeten Branchenköpfe fanden sich um Punkt 19.00 Uhr zum Treffen ein. (Nur so nebenbei, was aber sehr schön war und unbedingt zu solchen Veranstaltungen gehört: Am Vorabend und am Samstagnachmittag traf man sich bereits in kleinen Runden zum Social Networking-Rahmenprogramm mit Besuch beim Portugiesen und einer Schifffahrt auf der Elbe.)

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde bei Zwiebelkuchen, Quiche und Wein sofort munter drauflos diskutiert.

Der Themenbogen wurde weit gespannt.

Zunächst wurden kritische Fragen rund um E-Reader und E-Books ins Rennen geschickt: Woran liegt es, dass E-Books/E-Reader nach wie vor nicht ins Laufen kommen? Warum tun sich Verlage so schwer, eine richtige Strategie zu finden? Die einen schieben es auf das schwierige Pricing (Preisbindung?!), die anderen auf die fehlenden Verträge mit den Autoren. Dann stellt sich die DRM-Frage und es gibt den unzufriedenen Kunden, aufgrund unausgereifter Technik und vieler verschiedener Reader. Welche Distributionswege und -modelle sind zu wählen, welche Formate? Haben es kleinere Verlage oft leichter, weil sie aufgrund flacher Hierarchien oder einfacher Verlagsstrukturen schneller sind? Welche Motivation und Interessen stehen eigentlich hinter der Entwicklung und weiteren Verbreitung – oder welche dagegen, und welche Rolle spielen dabei die Anbieter der E-Reader? Wo liegen die Unterschiede bei Belletristik- und Fach-Verlagen? Warum geht das ganze Thema eigentlich größtenteils am stationären Buchhandel vorbei, der kaum Unterstützung durch die Anbieter erfährt?  Wer ist verantwortlich, müssen der Börsenverein, die Anbieter oder die Händler sich mehr einmischen? Liegt es an den allgemeinen Ängsten? Müssen diese endlich abgelegt werden? Wer soll für diese Probleme Lösungen bereitstellen? Ja, an den Lösungen hängt es ein wenig, um es milde zu formulieren. Auch dem kompetenten Kreis der Anwesenden fehlte DIE Lösung.

Dann ging es im Diskussions-Karussell darum, was künftig einen Verlag auszeichnen wird. Welche Rolle wird er in Zukunft spielen, welche Organisationseinheiten braucht ein Verlag künftig überhaupt noch? Auch das Thema Changemanagement kam hier ins Spiel. Und das sich verändernde Lesen, Leseverhalten und die (schwindende) Rolle des Buches als Kulturgut sowie die Fragestellung, ob nicht irgendwann die existierende Preisbindung einfach irrelevant würde, wenn Content immer mehr aufgesplittert und in unterschiedlichsten neuen Bundles zusammengeschnürt und vertrieben wird.

Interessant war auch die Diskussion über Möglichkeiten und Chancen von Veranstaltungsformaten für die Buchbranche, um mehr Bewegung, Engagement und Vernetzung in Sachen Digitalisierung zu erzielen. Buchcamp, AKEP-Jahrestagung wie auch die Buchdigitale in Berlin wurden kritisch beäugt. Ideen wurden gesammelt, wie man Teilnehmer besser ab und ins Boot holen kann. Braucht es weniger Frontal-Aktionismus und mehr aktive Mitmach-Angebote? Dazu ein Teilnehmer: „Wir vermitteln Wissen und Inhalte des 21. Jahrhunderts mit Methoden aus dem 19. Jahrhundert!“

Dazwischen wurde natürlich immer wieder das Thema, das derzeit keinen loslässt, aufgegriffen: Social Media. Es ging um Erfolgsfaktoren sowie die Sinnhaftigkeit der Social Networking Plattformen für Verlage und über Chancen des Online-Marketing im Allgemeinen wie auch um konkrete Fragen, wie man mehr Follower und Fans gewinnen könne. Was bringen Verlagen und Buchhändlern Fans auf Facebook? Sind dort die Kunden zu finden? Muss ein Verlag überhaupt seine Kunden kennen? Übernehmen dieses Wissen, die Rolle eines CRM vielleicht sogar andere, womöglich große Plattformen?

Auch wenn an diesem Abend viele Fragen offen blieben und viele dieser Punkte die Branche und die Zeit richten müssen, so konnten alle Teilnehmer folgende Antworten und Lösungen mit nachhause nehmen:

Denn, worum es in der Branche geht und auch an diesem Abend ging, ist die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung innerhalb der Branche – ganz gleich ob zwischen Anbietern und Händlern, Händlern und Endkunden, Anbietern und Endkunden oder dieser Gruppen untereinander. Es muss mehr miteinander gesprochen werden, auch im persönlichen Austausch und Kontakt, es muss noch mehr um das konkrete „How-to“ gehen und nicht mehr ums „was“ und ob“. Ängste müssen beseitigt werden. Das richtige Gestalten und Organisieren von Veränderungsprozessen, Changemanagement, das nicht an den Betroffen und Beteiligten vorbeigeht, wird gefragt sein. Denn immer noch gilt: publishing business is people`s business.

Solche Treffen wie das bbh10 sollen anregen und fördern, nicht mit erhobenem Zeigerfinger, aber sie sollen doch auffordern mit mehr Mut den Dialog zu suchen und einfach zu machen.

Alle Teinehmer waren begeistert von dem netten und gehaltvollen Abend. Wir wollen uns wieder treffen, zum bbh11, das ist sicher! In welchem Rahmen, ob größer oder mit einem richtigen Programm, vielleicht dann auch mit Autoren, mit Vertretern aus anderen Medienbereichen, mit Live-Stream … das werden wir sehen. Geplant wird ein Themenschwerpunkt und es wird aktiv gearbeitet werden, um handfeste Antworten und Lösungen zu entwickeln.

Anmerkungen, Kritik und Vorschläge zum bbh10 sowie für das bbh11 nehme ich gerne entgegen.

Herzlichst, Euer Carsten Raimann.

P.S. Wir sehen uns hoffentlich auf der Frankfurter Buchmesse!

Wo bin ich?

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