Das Ganze ist noch ein Experiment

23. Dezember 2010 § 4 Kommentare

Eigentlich bin ich ja schon in den Ferien, aber das muss ich doch vorgezogen loswerden. So kann es in 2011 weitergehen ;-)

Ich habe heute einen sehr interessanten Beitrag auf dradio kultur gehört. Den Beitrag könnt ihr hier anhören bzw. nachlesen: Journalist Steffan Heuer (brandeins) über das Buch der Zukunft: „Das Ganze ist noch ein Experiment“. Besonders spannend fand ich:

Das Wichtige hier bei Stevensons Modell ist ja auch, der Kunde tritt direkt oder der Leser tritt direkt mit dem Autor in Kontakt, er geht nicht den Umweg über den Buchladen, er geht nicht den Umweg über einen Verlag, sondern die App, das kleine Programm, über das die Kapitel in die Welt geschickt werden, wird von Stevenson und seiner Firma entwickelt und geht ohne Umwege direkt an seine Fangemeinde oder Leserschaft.

Wie findet ihr das?

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§ 4 Antworten auf Das Ganze ist noch ein Experiment

  • Ja, diese Idee ist wohl so alt wie das Schreiben und Verlegen selbst. Neu ist an der Grundidee natürlich nichts, mit Ausnahme, dass es jetzt scheinbar ne App gibt, die Autor und Leser zusammenbringt.

    Die wichtig(st)e Frage ist aber: wie findet der Leser überhaupt zu diesem oder jenem Buch/Autor? Es braucht vorwiegend der herkömmlichen Medien, um Aufmerksamkeit zu bekommen – in diesem Fall war es das Radio.

    Ich schätze, es gibt etwa 3,488 Trillionen Autoren, die hoffen, dass sich viele Leser direkt an sie wenden. Tja. Und wenn die App einigermaßen erfolgreich ist, gibt es am Ende 3,488 Trillionen Apps. Wie soll man da den Überblick bewahren respektive gefunden werden?

  • So interessant dieser Ansatz auch ist, nur wenige werden davon profitieren, denn dieser Ansatz führt ja dazu, dass jeder Autor und jede Autorin direkt mit den LeserInnen verbunden ist. Die Frage ist aber, ob ich als Leser mit allen AutorInnen kommunizieren möchte? Wahrscheinlich nicht. Nur wer über eine hohe Reputation verfügt, wird wahrgenommen werden. Alle andere benötigen Hilfe, um wahrgenommen zu werden. Z.B. von digitalen Kuratoren, also etwa den BetreiberInnen von Blogs.

    • craimann sagt:

      Christian und auch Richard, bin völlig eurer Meinung, ohne Verlage oder auch „digitale Kuratoren“ werden es Autoren ohne Namen schwer haben, sich Gehör zu verschaffen, vor allem im Netz und künftig, wenn es immer mehr digitale Autoren und Leser geben wird. Sie werden vielleicht Leser finden, doch ob das reichen wird, auch wirklich Geld zum Leben und darüber hinaus zu verdienen. Herr Stephenson hat vielleicht mit seinem Projekt Chancen, weil er sich schon einen gewissen Namen und Rang erarbeitet hat. Doch ist auch er nach wie vor auf einen Verlag angewiesen, der seine Romane ganz herkömmlich in Print verlegt, um die Masse zu erreichen. Und Verlage werden sich künftig bedanken, wenn sie ihre Autoren aufgebaut haben, diese bekannt und erfolgreich sind und dann aufeinmal ohne Verlag selbst publizieren. An gutem Marketing wird weiterhin kein Weg vorbei führen, ob über Radio, Print oder Blog etc. ebenso wenig an dem Handel (wie immer dieser auch aussieht), der dem Kunden bei der Auswahl und dem Kauf von Inhalten unterstützt. … Doch finde ich gut, dass der „Leser“ im beschriebenen Projekt aktiv mitwirken kann. Hier wird sich in Zukunft mit Sicherheit viel auch innerhalb von Verlagen ändern.

  • Auch wenn es nur wenige schaffen werden. Fakt ist aber, dass sich nicht unbedingt die mit dem größten (Werbe)-Budget durchsetzen. Das ist doch auch schon was…

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