Interviewreihe „Die Buchmesse und die Digitalisierung“ – heute mit Anne Schulte (Teil 3)

19. Oktober 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Es ist wieder so weit: Im 3. Teil meiner Interviewreihe „Die Buchmesse und die Digitalisierung“ hofft Anne Schulte sehr, „dass die Verlage und Buchhändler sich das Thema nicht von Technokraten und Monopolisten ‚vom Brot nehmen lassen'“. Anne Schulte ist studierte Kulturwissenschaftlerin aus Berlin mit viel Erfahrung in der Verlags-PR, z.B. für Phaidon und Actar.

Books & Brains: Wie hast du das Thema „Digitalisierung“ auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse wahrgenommen?
Anne Schulte: Mein Eindruck ist, dass das Thema mittlerweile selbstverständlicher behandelt wird. Während noch vor einem halben Jahr eine große Aufregung vorherrschte, hat sich mittlerweile die Überzeugung durchgesetzt: Papier bleibt auch. Das beruhigt und lässt das Thema sachlicher diskutieren.

Books & Brains: Hast du Veranstaltungen dazu besucht? Bitte nenne ein Beispiel und was du daraus mitgenommen hast.
Anne Schulte: Ich habe einige Veranstaltungen zum Thema „Social Media“ besucht –  es ist schon beeindruckend, was man über diese Netzwerke erreichen und welche spannenden Kontakte man darüber knüpfen kann. Eine komplette Veranstaltung zum Thema „E-Book“ habe ich auf der Messe nicht besucht, ich habe aber vor, bei der Konferenz HOMER 3.0 Anfang November in Berlin teilzunehmen.

Books & Brains: Ist aus deiner Sicht das Thema bei den Verlagen angekommen, wurde das auf der Messe für dich ersichtlich und wie?
Anne Schulte: Tatsächlich habe ich sehr viel Papier gesehen… Da ich aber vor allem mit Kunst- und Designverlagen zu tun habe, ist das sicher auch noch einmal eine besondere Sparte, in der auf Haptik und Gestaltung sehr viel Wert gelegt wird. An vielen Verlagsständen musste man noch genauer hinsehen, aber dann wurde man fast überall fündig – die neuen Medien ergänzen die gedruckte Form und machen Bücher vielfältiger.

Books & Brains: In welchem digitalen Thema siehst du großes Potenzial für die Buchbranche?
Anne Schulte: Ich hoffe sehr, dass die Verlage und Buchhändler sich das Thema nicht von Technokraten und Monopolisten „vom Brot nehmen lassen“ und dass die Verlage ihre Innovationskraft auch in digitalen Formaten entfalten können. Dann gibt es in fast allen Bereichen Potentiale, um die Digitalisierung kreativ zu nutzen.

Books & Brains: Wie wird sich durch diese Entwicklungen deine Arbeit verändern, wo siehst du Chancen und Risiken für dich persönlich?
Anne Schulte: In der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nimmt das Internet eine immer größere Rolle ein. Das Medium scheint zunächst unübersichtlicher als die „klassischen Medien“, anonymer und schnelllebiger. Auf diese Entwicklung muss man reagieren können und neue Wege finden, um Kampagnen erfolgreich zu lancieren.

Books & Brains: Herzlichen Dank für Deine Antworten, Anne!

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