Interviewreihe „Die Buchmesse und die Digitalisierung“ – heute mit Holger Reichard (Teil 2)

15. Oktober 2010 § Ein Kommentar

Im heutigen 2. Teil meiner Interviewreihe zum Thema „Digitalisierung auf der Frankfurter Buchmesse“ beschreibt Holger Reichard aka @wortmax, wie er den „digitalen Wandel“ in der Buchlandschaft auf der diesjährigen Buchmesse erlebt und was er für sich und seine Zukunft mitgenommen hat.

Holger Reichard ist Netzwerker, Autor, Blogger, Ideengeber und Betreiber von www.wortmax.de sowie der Bumsdorfer Auslese – Braunschweigs einzige und damit beste Lesebühne.

Books & Brains: Wie hast du das Thema „Digitalisierung“ auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse wahrgenommen?
Holger Reichard: Seit etwa sieben Jahren bin ich für meine Websites auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs. Mein Eindruck ist, dass die Digitalen Medien dort noch nie so präsent waren wie in diesem Jahr. Vor zwei Jahren noch konnte ich diesen Bereich nach kurzer Zeit enttäuscht abhaken. Dieses Mal haben drei Messetage nicht ausgereicht, um alle für mich interessanten Veranstaltungen und möglichen Verabredungen wahrzunehmen.

Books & Brains: Hast du Veranstaltungen dazu besucht? Bitte nenne ein Beispiel und was du daraus mitgenommen hast.
Holger Reichard: Besucht habe ich unter anderem den Vortrag von Wibke Ladwig über die Integration von Facebook, Twitter & Co. im Verlagsalltag. Viel Neues habe ich dort nicht erfahren, was aber daran liegt, dass ich die Entwicklungen im Bereich Social Web schon schon seit längerem sehr aufmerksam verfolge. Der Nutzen dieser und weiterer Veranstaltungen lag für mich persönlich darin, Bestätigung zu finden und (nebenbei) viele Follower und »Freunde« aus der Buchbranche persönlich kennenzulernen.

Books & Brains: Ist aus deiner Sicht das Thema bei den Verlagen angekommen, wurde das auf der Messe für dich ersichtlich und wie?
Holger Reichard: Angekommen ist das Thema bei den Verlagen auf jeden Fall. Die Frage ist: Wie ernst wird es genommen, insbesondere von Seiten der Verlagsführung? Meinen Erfahrungen nach liegt da noch vieles im Argen. Mir ist aber aufgefallen, dass die Online-Aktivitäten der Verlage auf Plattformen wie Facebook oder Twitter gerade in den letzten Monaten stark zugenommen haben, und dass es dafür jetzt erfreulicherweise in vielen Verlagshäusern aufgeschlossene und kompetente Ansprechpartner gibt. Die hätte ich mir schon früher gewünscht.

Books & Brains: In welchem digitalen Thema siehst du großes Potenzial für die Buchbranche?
Holger Reichard: Was Kundenbindung und Kundendialog betrifft, sammelt die Buchbranche vermutlich schon reichlich positive Erfahrungen mit den neuen Medien. Das größte Entwicklungspotenzial sehe ich deshalb im Moment im Bereich des Social Web. Bis eBooks und andere digitale Medien eine größere Bedeutung bekommen oder bestimmte Formate sich durchsetzen, wird es wohl noch etwas dauern. Ich glaube, hier wird die Zeitungsbranche, wo die Krise augenblicklich am größten zu sein scheint, die Richtung bzw. neue Lesegewohnheiten vorgeben.

Books & Brains:Wie wird sich durch diese Entwicklungen deine Arbeit verändern, wo siehst du Chancen und Risiken für dich persönlich?
Holger Reichard: Durch die bessere Vernetzung und Kommunikation mit Kollegen, Partnern und potenziellen Kunden verändert sich meine Arbeit schon jetzt ständig, sehr konkret in Form von neuen Aufträgen und (nicht nur für die Arbeit) hilfreichen Bekanntschaften. Teilweise ergeben sich für mich sogar ganz neue Tätigkeitsfelder. Gefahren und Risiken sehe ich für mich nicht. Höchstens vergeudete Zeit, wenn die Vernetzung untereinander virtueller Natur bleibt und nicht wenigstens hin und wieder ein neues Projekt oder eine neue Zusammenarbeit daraus entsteht.

Books & Brains: Vielen Dank, Holger, hat mich sehr gefreut!

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§ Eine Antwort auf Interviewreihe „Die Buchmesse und die Digitalisierung“ – heute mit Holger Reichard (Teil 2)

  • Wibke sagt:

    Danke, Holger, ich fand es super, daß Du zu meinem Vortrag gekommen bist, auch wenn der Inhalt und meine Vorschläge für Dich als „alten Hasen“ wenig überraschend gewesen sind. Ich denke auch immer, alle müssten doch schon wissen, wie es sich mit dem Social Web verhält. Man übersieht doch rasch, wie unterschiedlich die Kenntnisstände sind und daß wir, die Social Media leben, uns in genau so einer Parallelwelt bewegen wie diejenigen, denen wir dieses gerne vorwerfen.
    Aber dafür sind wir ja da, nämlich die Welten miteinander zu verbinden. Cheerio!

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