Kleine Sonntagsnotiz: Ein bisschen Spaß, äh, Werbung muss sein

12. Dezember 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Die meisten Facebook-User haben bereits auf ihr neues Profil umgestellt. Jetzt können auf der eigenen Profilseite oben fünf Bilder aus dem eigenen Fotostream angezeigt werden. Das sieht dann beispielsweise so aus – danke Wibke:

Ich habe nun eine andere Verwendung dafür gefunden. Hm, vielleicht ja sogar an die bestbietenden Freunde verticken?! Und bevor Facebook nun mein Konto sperrt, muss ich das ja irgendwie archivieren, hier:

Zur Sperrung wird es aber nicht kommen. Gestern Abend überraschte mich dann Steffen Peschel. Kurzerhand markierte er mich auf fünf von ihm erstellten Fotos, und nun werbe ich für die stART-Aktivitäten. In diesem Falle aber gerne, und weil es die erste Test-Aktion ist, muss er auch nichts bezahlen ;-)

Ich fördere “Das wilde Dutzend”

7. Dezember 2010 § 3 Kommentare

Vor ca. 2 Wochen habe ich in einem kurzen Beitrag über Möglichkeiten der Projektförderung berichtet. Heute möchte ich ein “Projekt” vorstellen, das ich als besonders förderungswürdig bezeichnen möchte:
Das wilde Dutzend ist ein junger, aufstrebender Verlag, der mit “absurden, skurrilen Geschichten und Illustrationen in interessanter und qualitativ passender Aufmachung” aber vor allem mit kreativen, witzigen und klugen Marketingideen, on- wie auch offline und gut miteinander verknüpft, in der ersten Zeit seines Bestehens reges Interesse, Aufmerksamkeit und Reichweite generiert. Und so bin auch ich per Twitter und Facebook über Das wilde Dutzend gestolpert. Mit dem heutigen Blogpost möchte ich meinen persönlichen, ersten Beitrag leisten, damit dieser kleine und feine Verlag noch bekannter, berühmter und erfolgreicher werden kann. Die beiden Verlegerinnen Dorothea Martin und Simone Veenstra erklären einmal genauer, um was es beim wilden Dutzend geht, was die Ziele und die Herausforderungen sind und was das Besondere an dem Verlag in Zeiten des Web2.0 ist.

1. Für was steht Das wilde Dutzend?
Das wilde Dutzend passt doppelt gut: Zum einen ist es der ins Neudeutsche übersetzte Name der Loge, die hinter diesem Verlag steht – zwozale wildenaere. Ein Geheimbund, der es sich bereits seit dem Mittelalter auf die Fahnen geschrieben hat, Geheimnisse aus Literatur- und Kunst/Kulturgeschichte aufzudecken. Für diese (rätselhafterweise immer 13 statt 12 Mitglieder) führen wir den Verlag, leihen ihm unser Gesicht, damit diese weiter inkognito bleiben können.

Zum anderen sind wir zwei Verlegerinnen ja nicht die einzigen, die hinter unseren Projekten stecken. Da gibt es Grafiker, Designer, Typografen, Illustratoren, Eventmanager, SEO-Fachleute, Druckexperten – also zwei Handvoll Experten, die uns zur Seite stehen.

2. Die Henne-Ei-Frage: Was war zuerst, die Idee von Büchern oder vom Netz oder von beidem? Oder ganz anders? Wie kam es dazu?
Eigentlich kann man sagen, es ging Hand in Hand. Die ursprüngliche Idee zum Verlag gibt es schon eine ganze Weile – ausgelöst von der Feststellung einiger in unterschiedlichen Verlagsbereichen arbeitender Mitstreiter, dass sich bei Inhalten und Umsetzungen zunehmend weniger „getraut“ wird. Viel wird von hinten aufgezäumt: Treffen wir die größtmögliche Zielgruppe. Sind wir politisch korrekt genug, irritieren wir niemanden.
In erster Linie auf interessante Inhalte und außergewöhnliche Umsetzungen zu achten kann man sich natürlich am besten als kleiner, unabhängiger Verlag leisten. (Und da sind wir nicht die einzigen, auch wenn es unser Schwerpunkt ist). Auf der anderen Seite sind auch die Mechanismen des Marketing, der PR und des Vertriebs Faktoren, die bei vielen Unternehmen in Stein gemeißelt feststehen und die die Projekte selbst beeinflussen. Auch das geht anders, dachten wir uns. Alles aus einer Hand. Selbstgemacht und trotzdem professionell. Und in der Kombination der beiden Verlegerinnen hatten wir auch beide Seiten – Inhalt/Form und neue Wege in die Öffentlichkeit – von Anfang an dabei.

3. Macht es heutzutage überhaupt Sinn, noch einen Verlag zu gründen, um “echte” Bücher zu verlegen, wo doch im Netz jeder auch selbst Autor und Produzent sein kann?
Auf jeden Fall. So wie der „jeder-ist-im-Netz-sein-eigener-Autor“ Berechtigung und Leserschaft hat und findet, so trifft dies auch auf den manchmal als antiquiert angesehenen Buchdruck zu. Haptisches lässt sich nicht über den Computer erfahren. Für jede Geschichte und jedes Projekt gibt es stimmige Papiere, Illustrationen, Umschläge, kleine Feinheiten, die das Buch von der Massenware abhebt. Zeitgleich ermöglicht es aber gerade das Netz, eine Welt um unsere Bücher herum zu entfalten, die ansonsten gar nicht möglich wäre. SV: Ich würde da gerne noch einen Schritt weitergehen. Vom Netz her gedacht muss jede Geschichte, die heute gedruckt wird, ihren Druck legitimieren. Das heißt, wir können uns gut vorstellen, dass eins der nächsten Projekte vielleicht ein anderes Medium benötigt – dort dann aber auch die Qualitätskriterien erfüllt, die wir beim Druck ansetzen. Für uns ist die Frage nach der richtigen Form für jede Geschichte sehr wichtig, die Form, mit der sie auch ihre Leser findet. Wenn man heutzutage noch Bücher drucken lässt, sollten sie die Vorzüge des gedruckten Buchs erfüllen. Simone und unsere Typografin Grafikerin (Claudia Probst) haben sich deshalb extrem viel Zeit für die Gestaltung von „Die Guten, die Bösen und die Toten“ gelassen und liebevoll versucht, jedes Detail mit einzubeziehen, das die Verbindung von Ebeneeza Ks Bildern zu den Texten von Johan von Riepenbreuch unterstreicht.

4. Ihr seid auf vielen Kanälen unterwegs, und so wie es aussieht sehr gut vernetzt – online wie offline. Wo liegen die Schwerpunkte in eurem Marketing und wie verknüpft ihr eure Kommunikation?
Unser Schwerpunkt liegt ganz klar im Social Media Bereich bzw. im Netz, hier versuchen wir eine Community aufzubauen und eine Reichweite zu erlangen. Das würde aber nicht so gut funktionieren, würden wir nicht offline Veranstaltungen organisieren – und zwar unterschiedlichster Art. So haben wir unserer Künstlerin Ebeneeza K. eine Ausstellung (Fotos auf flickr) in der Staatsgalerie Prenzlauer Berg vermittelt, die noch bis zum 12. Dezember 2010 läuft. Diesen Ort haben wir dann regelmäßig für Events genutzt, von einem nicht geheuren Abend (Lesung und Konzert), über ein Pen & Paper-Abenteuer rund um unseren Autor bis hin zur exklusiven Preview des Hörspiels „Der Keller“ von Michael Struppek und Andreas B. Bell.
Unsere Kommunikation verknüpfen wir dabei quer – Website bzw. Blog und der Facebook-Account sind unsere „Hubs“ und von dort wird via Twitter, Email-Newsletter und Mund-zu-Mund gestreut. Wir haben noch so einige andere Ideen rund um unseren Autor, aber das kommt dann nach Weihnachten – davor stehen noch die Weihnachtsmärkte und natürlich unser eigener Pop-Up-Store auf dem Programm…
Die Guten, die Bösen und die Toten - Vernissage Die Guten, die Bösen und die Toten - Vernissage

5. Wieso glaubt ihr als Verlag an den Erfolg von Social Media, worin besteht der eurer Meinung nach?
Ganz lapidar: Weil es funktioniert. Weil es uns ermöglicht, ganz dicht dran zu sein an denjenigen, denen unser Buch auch Spaß macht. Und weil wir dank Blog, Facebook und Twitter diejenigen erreichen können, die sich für unsere Themen interessieren – oder auch diejenigen, die uns helfen unser Projekt (also so jemand wie ich, Anmerkung von Books & Brains) bekannter zu machen. Auch bei Social Media dauert es natürlich seine Zeit, bis man seine Leser gefunden hat, und wir können nur hoffen, dass sich soviele für unser Projekt begeistern, dass es lange weiterlaufen kann. Social Media ist eine unheimliche Chance für alle, die etwas erzählen wollen. Aber: bloß weil man twittert, eine Fanpage hat oder ein Blog betreibt, entsteht noch keine Community. Im Prinzip haben wir uns die Strategie für „Autoren im Netz“ angeeignet – nur als Verlag. Wir versuchen, gerade mit unserem Blog, Themen zu besetzen und weiter zu verbreiten, die uns selbst interessieren und von denen wir glauben, dass sie auch für potenzielle Leser spannend sind. Wir sind zum Beispiel selbst große Neil Gaiman und Tim Burton Fans, weshalb wir über beide schreiben. Wenn dann andere Fans der beiden auf unser Blog kommen und sie so auf unser Buch aufmerksam werden, haben wir mit unserer Begeisterung vielleicht noch jemanden angesteckt.

6. Habt ihr auch vor etwas “Elektronisches” zu produzieren? Wo seht ihr euch mit eurem Verlag in zwei bis drei Jahren?
Wir haben etliche Ideen, die Elektronisches und Haptisches verknüpfen sollen. Beispielsweise arbeiten wir an einer Übersetzung der Texte von Johan von Riepenbreuch, die auf unserer Internetseite als Download zur Verfügung gestellt werden sollen. Es wird zu den Büchern immer wieder gestaltete Informationen geben, die kostenlos herunterladbar sein werden – das Buch ist sozusagen der Ausgangspunkt, die Erweiterung erfolgt elektronisch. Das Buch selbst wächst also immer weiter, wie die Zauberbohnen von Jack. Und am Schluss gibt es eine Rundführung im Wolkenkuckucksheim :-) Aber nicht nur textlich auch audiovisuell sind wir in der Planung. Nicht für jedes Projekt immer alles und immer alles gleich, sondern je nachdem, was passend ergänzt und verquickt. (SV)
Und wir haben natürlich nicht nur das eine Buch bzw. die eine Geschichte zu erzählen, sondern es warten schon noch ein paar weitere auf ihre Veröffentlichung – alle ein Teil der Welt vom wilden Dutzend. Wir sind jedenfalls auch außerhalb von Druckereien in Gesprächen, aber es ist noch zu früh, dazu etwas Genaueres zu sagen… (DM)

Über die beiden Verlegerinnen:
Dorothea Martin ist eigentlich Theaterwissenschaftlerin und –pädagogin. Letztes Jahr hat Dorothea bei insglück und dem treibhaus 0.8 das Handwerk der Konzeption von Events und Markeninszenierung gelernt und verdient nun damit in der Kombination mit Social Media auch freiberuflich ihr Geld. Zum Verlagswesen kommt sie über ihre Liebe zu Geschichten: “… ob als Buch, Serie, Comic oder Erzählung und irgendwann lernt man dann natürlich auch die richtigen Leute für so ein großes Projekt kennen“. Dass sie sich für neue Technologien begeistert kommt dabei ganz gelegen, und die Liebe zu Kaffee, gutem Essen und Kochen hilft auch bei langen Teamsitzungen.
Simone Veenstra hat ihre Studienzeit (Film/Theater/Literatur) in Erlangen, Groningen, New York und Berlin verbracht, am Theater gearbeitet, als Redakteurin – print und online – und ganz am Anfang des Mediums interaktive Webserien entwickelt. Es gibt über 30 Bücher von ihr in diversen Verlagen, sie schreibt fürs Fernsehen und sammelt leidenschaftlich Bücher und Comics – gerne, ganz Nerd, in mehreren Ausgaben und Sprachen.

Fast zeitglich (ein paar wenige Tage zuvor) schrieb das eveos blog, News, Tipps & Artikel aus der Eventbranche über die kreativen Events von Das wilde Dutzend. Und hier gibt`s noch mehr Fotos (flickr) und Bewegtbilder (vimeo).

Positionierung ist auch in Social Media erforderlich

1. Dezember 2010 § Ein Kommentar

Verlage und Buchhandlungen erkennen vermehrt die Chancen von Social Media. Bei der Definition einer Social Media-Strategie beginnen viele jedoch nicht mit dem ersten Schritt, sondern gehen gleich in die Umsetzung von einzelnen Maßnahmen. Ausgangsbasis sollte jedoch stets eine saubere Marktpositionierung sein, auf deren Grundlage sich Ziele und Konzepte für Social Media-Aktivitäten ableiten lassen.

Bislang ging es in Unternehmen der Buchbranche, die sich mit Facebook, Twitter und Co. beschäftigt haben, vor allem darum, herauszufinden,
1.       was Social Media eigentlich sind und was sie auszeichnen,
2.       was sie Unternehmen bringen bzw. bringen könnten,
3.       ob man mitmachen soll,
4.       wer das im Unternehmen macht,
5.       dass es einer Strategie, Ziele, bestimmter Richtlinien der Kommunikation bedarf.

Viele Verlage dürften hier noch nach Antworten suchen, viele dürften sich auch der Notwendigkeit von Antworten nicht recht bewusst sein. Diese Erkenntnis ergibt sich, wenn man sich exemplarisch Facebook-Präsenzen und Twitter-Accounts mancher Verlage (aber auch von Unternehmen anderer Branchen) ansieht. Oft scheinen sich die Verlage nicht darüber im Klaren zu sein, wie sie Fans und Follower erreichen möchten, und was die Aktivitäten insgesamt bringen sollen.

Und wie sieht es mit dem „Wie machen wir das“ und „Warum machen wir das so“ aus? Teilweise sind die Unternehmensseiten auf Facebook nett anzusehen, und es ist Engagement zu spüren. Doch leider all zu oft ist nur ein bunter Reigen von … , ja, von was eigentlich zu erkennen?

Gehen wir einen Schritt zurück. Dass sich Verlage mehr und mehr mit Social Media beschäftigen, kann man allein der mittlerweile branchenbekannten Statistik der Web-Initiative „Ich mach was mit Büchern“ entnehmen. Monatlich werden seit gut einem Dreivierteljahr Verlage in einem Ranking mit ihrer aktuellen Fanzahl auf Facebook und der jeweiligen Entwicklung gegenüber dem Vormonat gelistet. Insgesamt ist festzustellen: das Engagement wächst. Es gibt keine „offizielle“ Listung für Twitter oder Youtube-Kanäle, doch ist mit ein wenig Recherche auch dort ein Aufwärtstrend zu erkennen. Man beschäftigt sich also mit dem Thema, das in aller Munde ist, man weiß aber leider in vielen Fällen nicht so richtig, wie man darangehen soll. Warum ist das eigentlich so?

Alle Marketingaktivitäten auf Basis der Marktpositionierung koordinieren

Was machen die Verlage außerhalb von Facebook und den anderen sozialen Kanälen? Sie machen das, was sie gelernt haben und beherrschen. Sie publizieren Inhalte und Programme, vermarkten Autoren, neuerdings erstellen sie innovative (digitale) Produkte. Im besten Fall haben sie sich am Markt einen bestimmten Ruf, ein Image, eine Stellung und sogar eine bekannte Marke erarbeitet. Und einige wenige haben sich sogar schon erkennbar im Markt positioniert.

Zu einer erfolgreichen Positionierung im klassischen Sinne gehören: Unternehmensgrundsätze und eine Unternehmensphilosophie,
langfristige und Erfolg versprechende Unternehmensziele, eine Bedarfslücke schließen zu können, Kundenorientierung, eine bestimmte Markt-Führerschaft (Qualität, Technologie, Kosten, Nische), stets den Wettbewerb im Blick haben und verstehen, kritische Erfolgsfaktoren beherrschen sowie Stärken und Schwächen zu erkennen und zu optimieren. Entscheidend ist, dass die angestrebte Position den Unterschied zur Konkurrenz deutlich macht, und dass an dieser Position auch ausreichend viele Kunden die angebotenen Produkte nachfragen.

Von der Positionierung zum Social Media-Konzept

Ein Verlag ist auf dem richtigen Weg zur erfolgreichen Positionierung, sobald aus Sicht der Kunden ein Alleinstellungsmerkmal wahrgenommen werden kann, d.h. ein bestimmtes Produkt weist gegenüber Alternativen von Mitbewerbern einen erhöhten Kundennutzen aus. Es geht also darum, ein Nutzenversprechen („emotionaler Benefit“) und einen echten Nutzen („faktischer Benefit“) zu liefern und zu kommunizieren. Die Fragen, warum ich als Kunde dieses Produkt erwerben muss („Reason Why“) und was es mir bringt (Verwendungssituation) müssen eindeutig und zu 100% positiv beantwortet werden können. Dies alles muss so kommuniziert werden, dass sich der Kunde damit identifizieren kann und sich darin wieder findet.

Doch wo und wie wird dies auf Facebook oder Twitter vermittelt? Es scheint, als wüssten viele Verlage auf einmal nicht mehr, wer sie sind und für was sie eigentlich stehen. Der Kunde oder die Zielgruppe spielen heute eine entscheidende Rolle bei der Positionierung. Denn diese nehmen die Botschaft, die das Unternehmen durch seine gewählte Positionierung vermittelt, an oder eben nicht.

Drei Fragen sollten bei der Positionierung einer Social Media-Marketingstrategie beantwortet werden:
1.       Welche Vertriebs-, Markting- und Kommunikationsziele ergeben sich aus der Positionierung (des Verlages, einzelner Programmbereiche, einzelner Titel oder Autoren)?
2.       Welche Konzepte lassen sich aus diesen Zielen für einzelne Social Media-Plattformen ableiten?
3.       Wie erfolgt die Koordination mit den anderen Marketingmaßnahmen?

Vom Markenmarketing zur Kommunikation und Interaktion

Social Media, von denen man heute bereits als Märkte spricht, funktionieren anders als die klassischen, realen Märkte. Im sozialen Netz übt der User einen ganz starken Einfluss aus. Er übernimmt als Fan und Follower zu großen Teilen die Positionierung. Dies tut er, indem er sich bewusst einbringt in „Unternehmensprozesse“, sei es Marketing, Presse oder Kommunikation bspw. über Weiterempfehlungen, Rezensionen, Produktbewertungen, Veranstaltungsberichte, Blogbeiträge oder Kommentare, durch das Gründen eigener Gruppen zu einem Thema usw. usf. Und er könnte in Zukunft noch stärker und direkter Einfluss auf die Entwicklung von Produktideen, die Produktion oder die Qualitätssicherung ausüben, wenn man dies denn wollte. User Generated Content ist gegenwärtig kein Rand-Thema mehr. Wir sprechen vom Prosumenten, den Konsumenten, der sich über seine Aktivitäten, Meinungen, Reaktionen und Engagements in die Entstehung von Produkten bereits gehörig einmischt.

Die Chancen und Potenziale sind vorhanden. Als Unternehmen kann man Fans, Follower und somit (potenzielle) Kunden über die sozialen Kanäle gut ausfindig machen, kontaktieren und mit Ihnen in einen Dialog treten. Selbst hierbei hilft die Community durch Empfehlungen und Vorschläge zur weiteren Vernetzung intensiv mit. Warum liegt das vielen Buchhandels- und Verlagsunternehmen so fern? Warum fällt es Ihnen so schwer, mit den Usern in Kontakt zu treten, sie nach ihren Wünschen, Bedürfnissen, Anregungen und Ideen zu befragen? Gerade Verlage, die es verstehen müssten, zu kommunizieren! Die Unternehmen sollten versuchen, Fans und Follower viel mehr in ihr Geschäft mit einzubeziehen. Erreicht werden können diese ebenso in Social Media, wenn ihnen klare Nutzen und Vorteile aufgezeigt werden, vorausgesetzt, die entsprechende Tonalität wird getroffen und relevante Inhalte und Informationen werden vermittelt. Gerade das kann sehr gut in Social Media herausgefunden werden, indem man den Gesprächen dort zuhört und sich auf das Verhalten und die Kommunikation der Teilnehmer einlässt.

Unternehmen müssen sich auf die Positionierung im Web2.0 einlassen, ansonsten werden die User zur Konkurrenz wechseln. Entscheidend ist aber, die User in den Positionierungsprozess zu integrieren.

Der Artikel ist ebenfalls in der Dezember-Ausgabe des Newsletters der Heinold, Spiller & Partner Unternehmensberatung GmbH zu finden.

Wieder einmal an der Uni sein

25. November 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Kurz nach meinem Buchwissenschaftsstudium in München war ich an der hiesigen Uni bereits selbst Lehrender, in dem selben Studiengang. Es ging damals in einem berufspraktischen Kurs um “Unternehmensberatung für Verlage”.

Heute Nachmittag darf ich an der Hamburger Universität “lehren”. Ich werde Gast bei 16 Studenten der Geisteswissenschaften sein. Sie studieren u. a. Germanistik, Anglistik oder Japanologie, die meisten im Grundstudium, und sie bereiten sich bereits jetzt auf ihr zukünftiges Berufsleben vor. In einem Seminar, das die Arbeitsstelle Studium und Beruf anbietet, erkunden sie das Berufsfeld “Öffentlichkeitsarbeit und Public Relations”. Nele Süß vom Murmann Verlag und 2. Vorsitzende beim Arbeitskreis der Verlagspressesprecherinnen und -Pressesprecher e.V. leitet dieses Seminar. Sie hat mich eingeladen, mit ihren Studenten das Thema Social Media zu bearbeiten, das zweifellos heute sehr eng mit ÖA und PR verknüpft ist. Es geht darum aufzuzeigen, wie mein Karriereweg von der Ausbildung über das Studium hin zum Online-Marketing-Berater aussah, wie ich heute in meiner Arbeit Social Media einsetze und wo ich Social Media im Unternehmensumfeld sehe. Und wir wollen diskutieren welchen Platz und Stellenwert Social Media in der ÖA und PR einnimmt.

Freu mich darauf und bin sehr gespannt, mit welchen Fragen mich die “Digital Natives” löchern und was sie mir beibringen werden!

Ich fördere, also bin ich

23. November 2010 § 7 Kommentare

Zurzeit beschäftigen mich intensiv zwei Themen: Crowdfunding und Crowdsourcing. Es geht um das Fördern und Unterstützen von Projekten und Geschäftsideen durch eine (meist anonyme) Masse aus (beliebig) vielen Einzelpersonen. Beim Crowdfunding geht es mehr oder weniger um eine “Geldspende”. Mit einem kleinen Teilbetrag in Höhe von 8,- Euro könnte ich bspw. Projekte wie dieses außergewöhnliche Vorhaben, Snowboarding Iran, über die Plattform startnext.de unterstützen. Für diese 8,- Euro würde ich etwas Geldwertes zurück bekommen, ein original Filmposter. Für einen niedrigen dreistelligen Betrag wäre am Ende das Original-Drehbuch drin, für einen vierstelligen erhielte man sogar “kostenlosen Zugriff” auf das Fimmaterial. Abgefahrene Idee, 15.400,- Euro beträgt die gesamte Fundingsumme, damit das Projekt realisiert werden kann. Leider ist Snowboarden nicht mein Thema. Immerhin konnte ich hier auf das Projekt aufmerksam machen!

Ich möchte Projekte unterstützen, worin ich mich wiederfinden kann, in der Thematik ebenso wie in den Personen, die dahinter stehen. Ich möchte mich mit dem Projektinhaber oder alleine mit mir auseinandersetzen können, wo, was und WIE ich fördere: Welche Möglichkeiten gibt es für mich außer eine bestimmte Summe Geld zu geben? Es geht um ein geistiges und virtuelles Engagement (in der Summe mit anderen), um etwas in Gang zu setzen. Womit wir beim zweiten Thema angelangt wären, dem Crowdsourcing. Eine Masse an “kostenloser Intelligenz” bringt sich mit ihrem gesamten Wissen und Können, ihrer Erfahrung und ihrer Manpower in Projekte ein, um Aufgaben und Probleme zu lösen.

Crowdfunding und Crowdsourcing sind durch das Internet in Mode gekommen und finden heute im Web2.0 Anwendung. Da ich mich in dieser Welt ebenfalls tummle und sehr wohl fühle, mir aber auch, wie bekannt ist, die Welt der realen Bücher, Kunst und Kultur am Herzen liegt, möchte ich mich in “moderne” Buch-Kunst-Kultur-Projekte einbringen. In Projekte, wo neue Wege beschritten werden, Klassisches mit Innovativem verbunden wird, vielleicht sogar verschmilzt, wo neues ausprobiert und gewagt wird, und wo mutige, kreative und außergewöhnliche Menschen dahinter stehen. Dabei sollen natürlich das Marketing und die Kommunikation über Online- und Social Media-Kanäle im Vordergrund stehen.

Was habe ich davon, außer Ruhm und Ehre, die mir zuteil werden? Es geht mir nach wie vor ganz klar um (m)eine wachsende Vernetzung sowie Präsenz im Web2.0, um meine Positionierung und meine Reputation! Faszinierend ist aber auch allein die Möglichkeit, sich mit Hilfe des Webs einbringen und etwas fördern zu können. Das gibt mir sehr viel zurück – vorausgesetzt, ich sehe, wie das Geförderte wächst und gedeiht! Und gegen eine spätere Rendite habe ich natürlich auch nichts.

In mehreren Beiträgen werde ich euch nach und nach von Projekten berichten, die ich ganz gezielt fördern und unterstützen möchte, weil ich in ihnen Potenzial und Zukunft sehe.

Ich werde gefunden – kleine Sonntagsnotiz

14. November 2010 § 17 Kommentare

“Books & Brains” macht heute einen Ausflug, ein wenig abseits von Büchern, ein Hausbesuch bei Carsten Raimann. Was bleibt auch bei dem schlechten Wetter?! Dieser ist für alljene interessant, die sich rund um ihre eigene Webpräsenz mit dem Thema Suchmaschinen-Optimierung auseinandersetzen. Es geht um die Auffindbarkeit von Personen bzw. Personennamen in den Ergebnisseiten der Suchmaschinen.

Hin und wieder googelt man sich selbstverständlicherweise selbst. Man möchte schauen, wie präsent man ist, wie weit vorne man auftaucht. In gewisser Weise die Teil-Bestimmung seines Online-Marktwertes.

‘Carsten Raimann’ also ist kein Allerweltsname und schon gar nicht in dieser Schreibweise. Das ‘C’ im Vornamen und das erste ‘a’ im Nachnamen sind selten in dieser Kombination zu finden. Ganz davon abgesehen, dass mir mein Name vor rund 30 Jahren so ganz und gar nicht gefiel. Doch jetzt, muss ich sagen, finde ich ihn spitze!

In Google eingegeben, klick, platziere ich mich auf den ersten Rängen. Weil ich einmalig bin. Es drängt sich lediglich ein prominenter(?) Carsten Reimann aus der Fernsehsoap GZSZ dazwischen – den gibts dort schon gar nicht mehr. Ansonsten gehört das Feld mir. Tolle Arbeit, liebe Eltern, in Sachen SEO habt ihr vor gut 40 Jahren hervorragende Arbeit geleistet: ihr habt einzigartigen Content geschaffen, und das mit nur zwei Wörtern!

Zur Gegenprobe: Thomas Müller oder Andreas Maier – alle Leserinnen mögen mir bitte die beiden männlichen Beispiele verzeihen, aber ich könnte nun mal nicht Heidi heißen – haben es schon schwerer, gefunden zu werden, wenn man nicht Fussball-Profi oder Autor ist, oder einfach Carsten Raimann heißt.

Große Chancen für Austausch, Dialog und Vernetzung

3. Oktober 2010 § 2 Kommentare

Anlässlich der ab der Buchmesse offiziell startenden Kooperation zwischen der Heinold, Spiller & Partner Unternehmensberatung GmbH und mir interviewte mich Ehrhardt Heinold zum Thema Online Marketing und Social Media in Verlagen. Dieses Interview ist ebenso im Oktober-Newsletter der Hamburger Unternehmensberatung für Verlage erschienen.

Online-Marketing im Verlag: „Große Chancen für Austausch, Dialog und Vernetzung“

Online-Marketing hat eine wachsende Bedeutung für Verlage: Immer mehr Leser nutzen das Internet – zur Information, zum Austausch, und auch zum Kauf. Wie können Verlage diese wachsende Bedeutung in ihrer Marketingstrategie umsetzen? Welche Chancen sollten sie nutzen, welche Wege gehen? Im folgenden Interview spricht Carsten Raimann über Herausforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten.

Welche Chancen bietet Online-Marketing Verlagen?
Carsten Raimann: Die größte Chance im Online-Marketing (OM) besteht heute im Austausch, im Dialog und in der Vernetzung zwischen einem Verlag und seinen Stakeholdern. Es geht dabei um ein „Miteinander“: miteinander sprechen und tun, einander zuhören und verstehen. Durch dieses Miteinander- und Zusammen-Wirken wird künftig eine deutlich höhere Sichtbarkeit, Wahrnehmung und Auffindbarkeit erzeugt werden. Durch das Einbinden von Interessenten, Lesern, Kunden wie auch Multiplikatoren in Unternehmens-Prozesse wie das Marketing, die externe Unternehmenskommunikation und auch in die Produktentwicklung – das kann ich mir besonders gut bei Fachverlagen vorstellen – sowie der glaubwürdige Transport von Qualität und einem klaren Profil nach außen werden sich auf eine positive Wahrnehmung und Stärkung des Images auswirken. Die Öffentlichkeit wie auch Stakeholder werden bereit sein, Produkte und den Verlag weiterzuempfehlen. Die Kanäle und Wege dafür stellen das Internet bzw. das Web2.0 schon längst bereit.

OM geht immer mehr weg vom Push-Marketing, also von dem was klassische Werbeformen bewirkten oder eben nicht bewirkten. Welche Reaktionen Plakatwerbung oder auch Printanzeigen auslösten, war ja nie richtig messbar. Abgesehen davon, sind diese Werbeformen teuer und mit hohen Streuverlusten verbunden. Im Internet kann man die Reaktionen nicht nur quantitativ messen, sondern man kann sie lesen, richtig interpretieren und qualitativ bewerten. Durch Dialoge mit potenziellen Käufern und Kunden entsteht ein Marketingprozess, in den diese sich einbringen und in dem sie sich engagieren können und werden.

Und wir finden heute bereits eine Vielzahl an niederschwelligen Angeboten  – im Social Media Bereich – vor, um mit der/den Zielgruppe(n) mit relativ geringem Aufwand in Kontakt zu kommen, sich fast schon persönlich zu treffen und sie vor allem kennenzulernen: Sei es der Verlag seine Leser bzw. umgekehrt wie auch Leser die Autoren. Marktforschung ganz nah an der Zielgruppe ist möglich und das auch noch kostengünstig. Man kann sie direkt nach Wünschen, Bedürfnissen und Ideen befragen. Oft muss man gar nicht mehr fragen, denn die Menschen im Web wollen ihre Meinung einfach loswerden und schreiben unzählige Berichte und Produktbewertungen in Blogs, Communities, auf Verkaufsplattformen oder eben in Social Media Netzwerken. Dies zeigt, ob ein Verlag das will oder nicht, es wird schon längst über ihn gesprochen. Wenn der Verlag diese Gespräche nicht teilnahmslos verfolgen will, sondern auch die Kontrolle darüber behalten will, dann sollten er sich einmischen und wie eingangs erwähnt einen Prozess des Miteinander in Gang setzen. Es wird heute schon oft von der These „Märkte sind Gespräche“ geredet – naja, ob sich natürlich mit Dialog allein Geld verdienen lässt?

Trotz alledem: Diese Möglichkeiten bieten vor allem das Web2.0 und Social Media, deshalb sprechen wir ja oft schon nur mehr vom Social Media Marketing und lassen leider nur zu gerne klassische Formen des OM (Website, Newsletter, Affiliate, Bannerwerbung) oder wichtige Bausteine wie SEO (Suchmaschinenoptimierung) oder SEM (Suchmaschinenmarketing) außer Acht! Wer diese grundlegende OM-Klaviatur nicht beherrscht, der braucht sich nicht zu wundern, wenn es mit Social Media nicht richtig läuft.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass OM vor allem all denjenigen Verlagen Chancen bieten wird, die mit einem gesunden Mix aus OM-Bausteinen sowie mit klar definierten Zielen und einer echten Strategie dahinter ans Werk gehen, sich kontinuierlich engagieren, transparent ihr Profil zeigen, glaubwürdig bleiben und gute inhaltliche Qualität abliefern.

Welchen Stellenwert im Rahmen des Marketing sollte Online-Marketing haben?
Carsten Raimann: Einen auf jeden Fall steigenden Stellenwert. Immer mehr Menschen beschäftigen sich im Internet mit Büchern und Literatur. Es wird informiert, recherchiert, gekauft, ja auch im Internet bzw. per  PC, mobilen, elektronischem Lesegerät selbst konsumiert und produziert, daneben rezensiert und  weiterempfohlen. Bücher, vielmehr Lesestoff, Inhalte und Informationen sind schon längst im Internet, sprich in Blogs, Foren, Bewertungsportalen und auf großen Handelsplattformen angekommen. Bücher zählen zu den meist gekauften Artikeln im Netz. Für das Buch im Internet zu werben müsste also Standard sein. Das ist oder sollte den meisten Verlagen klar sein. Die Frage ist ja auch nicht mehr „ob“ sondern „wie“.

Ich würde heute noch nicht die komplette Ablösung klassischen Marketings durch OM sehen. Viele Maßnahmen sind auch nicht durch OM zu ersetzen, bspw. eine Autorenlesung, der Messeauftritt oder die Teilnahme und Präsenz auf Veranstaltungen, also wo echter persönlicher Kontakt statt findet. Mit Hilfe von Web2.0 und Social Media kommt man dem persönlichen Live-Erlebnis vor Ort natürlich schon nahe. Der Livestream einer Lesung ist eine super Ergänzung. Sie ist damit (theoretisch) für eine endlose Zahl von Zuhörern möglich. Und es gibt Beispiele, wo das Publikum an den Bildschirmen zuhause per Twitter Fragen an den Autor richten darf.

Also, ein guter Strategie-Mix aus klassischen und modernen, elektronischen Marketing-Maßnahmen ist zu empfehlen. Und auch innerhalb des OM empfiehlt sich ein guter Mix aus vielerlei Maßnahmen, den es natürlich zu managen gilt, mit einem gewissen dafür notwendigen Budget, personellen Ressourcen und Kompetenzen und klar abgesteckter Strategie bzw. Zielen. Da dies in Verlagen oft nicht der Fall ist, kann man sehen, dass dort die Wichtigkeit oder der hohe Stellenwert noch nicht erkannt wurde. Dies wird sich ändern (müssen). Da die Interessenten und Käufer mehr und mehr ins Netz und die elektronische Welt abwandern muss ich doch als Verlag hinterher sein!

Für welche Marketingziele eignen sich die Social Media-Kanäle?
Carsten Raimann: Dass nicht alle Kanäle für alle Ziele gleichermaßen sinnvoll erscheinen können, zeigt uns schon die übermächtige Zahl verschiedener Social Media-Anwendungen. An dieser Stelle möchte ich das Social Media Prisma von ethority nennen (http://www.ethority.de/weblog/social-media-prisma/), wo die größten und wichtigsten Plattformen und Kanäle nach Themengebieten aufgezeigt werden. Es werden über 200 Plattformen wie auch Anwendungen in 25 Themenfeldern wie z.B. Social Networks, Blog/Communities, Foto, Video, Gaming, Location, …) genannt. Neben Facebook bei den Social Networks gehören auch bspw. myspace, kwick, die VZ-Netzwerke und viele andere dazu. Und all diese Netzwerke und Portale haben einen riesigen Zuspruch und somit ihre Existenzberechtigung.

Aber welches für welche Ziele? Was könnte ein Marketing-Ziel für einen Verlag sein? Nehmen wir, was heute für einen Verlag enorme Bedeutung hat, das Marken-Image als Beispiel. Wo kann ich, so ich es denn geschafft habe bestimmte Produkte oder den eigenen Verlag als Marke aufgebaut zu haben, mein Image positiv verstärken und festigen? Ein positives Image nach außen transportieren, funktioniert über die Transparenz, Authentizität, Ehrlichkeit und die Glaubwürdigkeit, die ich vermittle. Positive Meldungen, hohe Qualität, gute Leistungen werden gerne weiterempfohlen, von Multiplikatoren wie auch von zufriedenen Kunden. Wo tummeln sich Multiplikatoren, wo Ihre Kunden? Pauschal kann man das nicht sagen, eine Kenntnis der Zielgruppen würde darüber viel Aufschluss geben wie auch das sogenannte Social Media Monitoring. Hier geht es vor allem um das Zuhören und Mitverfolgen, wer sich wo aufhält und wie bewegt, sprich kommuniziert. Konkret am Beispiel eines Fachverlages meine ich, würde sich Twitter eignen um an Fachleute, Presseexperten, sprich Multiplikatoren heranzutreten und diese zu erreichen, aber auch fachspezifische Blogs oder Foren. Lehrer als eine mögliche Zielgruppe kann man sehr gut über das Thema „Wiki“ abholen und Facebook mit seinen “Fan”- bzw. “Unternehmensseiten” bietet Möglichkeiten, um mit Endkunden in Kontakt und Dialog zu treten. Hier funktionieren größer oder längerfristig angelegte Aktionen auch besser. Über Twitter kann sich etwas schnell verbreiten, es geht hier um aktuelle, relevante, prägnante Info und News. Oder aber man schaut, welche Inhalte und Informationen man zu bieten hat. Wie lässt sich der Content eines Verlages aufbereiten und publizieren. Vielleicht sind hier auch Video-, Foto-, Audio-Plattformen oder Sharingdienste wie YouTube, flickr, myspace, scribd oder Communities sinnvoll. Alle sozialen Plattformen, teils eigenständig oder in Kombination eigenen sich mittlerweile sehr gut zur Markenführung, Image- wie Reputationsstärkung, vielleicht auch Kundenbindung. Die klassischen OM-Maßnahmen wie E-Mail-/Newsletter-Marketing zielen dagegen ganz klar auf Leadgenerierung und Umsatz ab.

Es gilt allgemein: Sind einmal die Ziele abgesteckt, können relativ leicht auch die Kunden und Zielgruppen im Netz entsprechend identifiziert und u.U. individuell und persönlich angesprochen werden.

Marketingbudgets in Verlagen sind begrenzt und werden zumeist durch Vorschauen und Anzeigen aufgebraucht – wie kann da zusätzlich noch ein gutes Online-Marketing umgesetzt werden?
Carsten Raimann: Ziel sollte sein, neben dem Aufbau von Image, Marke oder Reputation, auch echten Umsatz zu generieren. Sonst macht Online-Marketing auch keinen Sinn. Der Vorteil beim OM ist, dass ich sehr gut ROIs berechnen kann, da ja die Mehrzahl der Marketing-Aktionen sauber messbar sind. Wird ein Mehr-Umsatz erzielt, so müsste auch für OM mehr Budget vorhanden sein. Oder eben einen Teil des Budgets umschichten, bspw. teure Printanzeigen ersetzen, die enorme Streuverluste verursachen und was den Response angeht nicht messbar sind. Man könnte also diesen Teil des Budgets umschichten ins OM. Aber vielleicht lassen sich durch das Web2.0 auch an anderer Stelle Kosten sparen, bspw. durch den Einbezug von Kunden in den Produktentwicklungsprozess. Oder der Kundenservice läuft über Social Media-Kanäle. Sehr gut funktioniert das Thema Empfehlung Im Netz, um noch mehr (potenzielle) Kunden zu gewinnen – Kunden empfehlen Produkte weiter. Dafür braucht es oft nicht viel Zeit und Budget, eine einmalige kreative und witzige Idee kann sich „viral“ sehr schnell über das Netz verbreiten, und dies übernehmen Kunden und Anhänger für den Verlag. Wie genau sich letztendlich Social Media bzw. Online Marketing für Verlage rechnet, dazu braucht es noch eine gewisse Zeit um Erfahrungswerte zu sammeln.

Und betrachten wir nochmals den eingangs erwähnten wichtigen Baustein der Suchmaschinenoptimierung. Dies ist gar keine Aufgabe, die allein von der Marketingabteilung erfüllt wird. Im Gegenteil, vielmehr geht es darum, eine ganzheitliche Philosophie und eindeutige Regeln für die Kommunikation eines Unternehmens über sämtliche Online-Kanäle zu entwickeln und zu beachten. Das fängt bei der Technik an, die hinter der Website und dem eigenen Shop steht und reicht über Schlagworte wie „Verlinkung“, „Keywords“, „sauberer Code“ und „relevante Inhalte“ bis hin zu der Vereinbarung, wer was wo und vor allem wie kommuniziert. Wenn diese Anforderungen und Voraussetzungen erkannt wurden, dann muss das entsprechend kalkuliert werden. Dabei geht es um Investitionen für den künftigen Geschäftserfolg und nicht nur um einmaliges Budget für eine Werbeanzeige.

Online-Marketing reicht von Bannern über SEO bis hin zu Social Media – wie kann ein Verlag diese Vielfalt managen?
Carsten Raimann: Ja, das ist ein großes Problem, denn in den Verlagen fehlt es in dieser Hinsicht schlicht weg an Kompetenzen, Ressourcen und Kapazitäten, im Sinne von fachkundigem und geschultem Personal wie auch an Zeit und Geld. Heutzutage Online Marketing oder Social Media nebenbei zu „machen“, das geht vielleicht in kleinen schlanken Unternehmen mit flachen Hierarchien, wo oft eine Person (womöglich der Geschäftsführer) in Personalunion twittert und die Facebook-Fanseite betreut. Doch in großen Verlagshäusern müssen dafür neue Stellen und oftmals neue Strukturen geschaffen werden. Und je größer auch das Engagement bspw. in Social Media ausfallen und Social Media einen hohen Stellenwert im Marketing, in der Kommunikationspolitik oder gar in der Gesamtstrategie des Unternehmens einnehmen soll, desto professioneller muss dies betrieben werden. Die Beratung von außen hilft vielfach, die ersten Schritte zu gehen, grundlegend über Online Marketing aufzuklären, Möglichkeiten und Chancen aufzuzeigen, Ziele zu vereinbaren, eine Strategie zu finden, einen Themen-, Maßnahmen- und Zeitplan zu definieren, Kompetenzen und Ressourcen im Unternehmen aufzubauen und bei der Umsetzung zu begleiten. Nichts desto trotz müssen künftig neue Strukturen oder auch Modelle für Verlage geschaffen werden.

Weitere Informationen zu der geschlossenen Kooperation können in dem Blogartikel von Ehrhardt Heinold nachgelesen werden.

Wo bin ich?

Du durchsuchst momentan die Kategorie Online Marketing auf Books & Brains.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

%d Bloggern gefällt das: